Musiktheater
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Gemeinschaftsproduktion der Händel-Festspiele Halle, des Goethe-Theaters Bad Lauchstädt, der Festwochen Hannover-Herrenhausen und des Festivals Bayreuther Barock
TESEO

Dramma tragico per musica von Georg Friedrich Händel. Libretto von Niccolo Haym nach Philippe Quinault

  

Musikalische Leitung
Regie
Ausstattung

  

EGEO  König von Athen
MEDEA seine Verlobte
TESEO
AGILEA seine Geliebte
ARCANE Vasall des Königs
CLIZIA ihre Begleiterin

Wolfgang Katschner
Axel Köhler
Stephan Dietrich

  

Johnny Maldonado/ Martin Wölfel  Altus
Maria Riccarda Wesseling / Cecile van de Sant   Mezzosopran
Jacek Laszczkowski   Sopran
Sharon Rostorf-Zamir  Sopran
Thomas Diestler  Altus
Miriam Meyer  Sopran

  

Es spielt die LAUTTEN COMPAGNEY Berlin
PPEMIERE am 7. Juni 2003 in Bad Lauchstädt

Kritiken 2003
Kritiken 2004

   Arthaus Musik DVD 100 708   DVD-Kritik
  

Das Werk

Die Uraufführung fand 1713 in London statt. Am Ende des Jahres 1712 hatte Händel die Komposition des "Teseo" vollendet - nach "Rinaldo" seine zweite Londoner Oper. Ihre Originalität verdankt "Teseo" vor allem dem Libretto. Der Italiener Niccolo Haym, der für Händel noch viele Libretti schreiben sollte, gab mit seinem Erstling eine erstaunlich originalgetreue Bearbeitung von "Thésée", einer französischen Tragédie lyrique, die Phillipe Quinault 1647 für Jean Baptist Lully nach einer Vorlage von Racine verfasst hatte.

Nur hier, in keiner anderen Oper Händels, finden wir die Teilung in fünf Akte - eine spannungsreiche, dynamische Form, gegen welche die drei Akte einer opera seria fast behäbig wirken. "Teseo" ist eine ungewöhnliche Oper, ein besonderes Werk zu Beginn von Händels Londoner Zeit. Eine großartige Musik, geprägt von gewaltig ausgetragenen barocken Affekten, von Liebe, Leidenschaft und Kriegslärm und einzigartig durch die ungewöhnliche Vorlage.

Händels "Teseo" wurde am Londoner Queen's Theatre ein grandioser Erfolg. Eindrucksvolle Bühnenverwandlungen, Dämonen, Wunderwerke und ein kraftvoller Klangkörper verfehlten nicht ihre Wirkung. Die gesamte barocke Theatermaschinerie wurde in Bewegung gesetzt. Der Kastratensopran Valeriano Pellegrini sang die Titelpartie und hielt das Publikum in Atem.

Erst 1947 wurde die Oper bei den Göttinger Händelfestspielen erneut inszeniert, 1957 gab es eine Inszenierung im Goethe-Theater Bad Lauchstädt. Wenn zur Eröffnung der Händelfestspiele 2003 - als Koproduktion von vier der Musikkultur verpflichteten Institutionen - dieses besondere Werk auf die Bühne gebracht wird, dann soll zu allererst der Reichtum der barocken Theaterwelt erblühen. Mit aller Leidenschaft wird von dem tapferen Teseo, dem verblendeten Egeo, der schrecklichen Medea, den Liebenden Clizia und Arcane und der wunderschönen Agilea berichtet werden. Und ganz gewiß wird dieses Spiel einen geradlinigen Zugriff auf diese Welt wählen, wird die Inszenierung sich der Historie bedienen und modernes Musiktheater bieten.

   
 
Teseo besiegt die Zentauren. Illustration im Programmheft der „Teseo"-Aufführung in Bad Lauchstädt von 1957 (links). Altgriechische Darstellung: Egeo reicht Teseo das von Medea bereitete Gift.
 
  






Die Handlung
1. Akt    Agilea und Clizia bangen um Teseo und Arcane, die gegen den Feind ins Feld gezogen sind. Arcane kommt unerwartet zurück, berichet von Teseos Heldentaten und stürzt wütend und eifersüchtig wieder davon. Denn er bildet sich ein, dass Clizia ihn nicht liebt. König Egeo erscheint und bestätigt, dass der Feind geschlagen ist. Er wirbt um Agilea, die jedoch Teseo liebt und so allerlei Ausflüchte vorbringt. Sie überzeugt den König, dass er sich dem Volke zeigen und der Göttin Athene opfern muss.

2. Akt   AktMedea ist unglücklich. Sie klagt, dass sie nicht ihren Verlobten, König Egeo, sondern Teseo liebt. Der König will Medea gern Teseo überlassen. Arcane kommt vom Schlachtfeld und berichtet, wie das Volk den Helden Teseo feiert: Teseo könnte König werden. Egeo ist außer sich vor Zorn.
Der heimkehrende Teseo versucht Egeo zu beschwichtigen und muss erfahren, Egeo beabsichtige Agilea zu heiraten und ihn mit Medea zu vermählen. Als Medea Teseo ihre Liebe gesteht, und er sie abweist, schwört Medea bittere Rache.

3. Akt    Arcane und Clizia haben sich ausgesprochen und erwarten zusammen mit Agilea Teseo, der freudig seine Geliebte begrüßt und erfährt, dass Egeo bereits um Agileas Hand angehalten hat.
Teseo will gehen, um mit Egeo zu sprechen. Da stürmt Medea herein, um Agilea zum Verzicht auf Teseo zu überreden. Agilea weigert sich, woraufhin Medea eine schreckliche Wüste mit Ungeheuern zaubert, um alle einzuschüchtern und um ihren Willen durchzusetzen.

4. Akt    Arcane ist knapp den Ungeheuern entkommen und meldet dem König, was vorgefallen ist.
Medea hat durch Furien Teseo herbeibringen lassen und will ihn eher töten als ihn Agilea überlassen. Voller Angst um das Leben des Geliebten fügt sich Agilea der Zauberin. Als Teseo erwacht und erfährt, was geschehen ist, schört er Agilea ewige Liebe. Dagegen kann die Zauberin nichts ausrichten.

5. Akt    Medea überredet Egeo, den Teseo, der ihm nach dem Leben trachte und den Thron will, zu vergiften. Teseo erscheint und schwört dem König die Treue. Er erhält Medeas Giftbecher. Da erkennt der König an Teseos Schwert, dass dieser Held sein Sohn sein muss, den er im Kindesalter nach Troizen bringen ließ. König Egeo verhindert, dass Teseo von dem Gift trinkt und gesteht, dass er sich aus Machtgier und Eifersucht habe zum Mord antreiben lassen. Er segnet die Hochzeit von Teseo und Agilea und von Arcane und Clizia.
Medea flieht, als sie ihre Pläne scheitern sieht. Sie kehrt dann aber zurück und will ganz Theben vernichten. Da erscheint ein Bote der Göttin Minerva und macht die Zornige unschädlich.
  
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