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- Große Vitalität
Wenn man sich auf Kobie van Rensburgs konservative Lesart des Stoffes
ohne innere Widerstände einließ, dann wurde man als Zuschauer durchaus emotional
angerührt, was freilich vor allem an der Qualität der Musik lag. Mit Wolfgang Katschner, dem Gründer und Leiter des Ensembles LAUTTEN COMPAGNEY, hatte man einen absoluten Spezialisten ans Pult des Händelfestspielorchesters geholt. Einige rhythmische Unzulänglichkeiten wogen nicht schwer im Vergleich zur großen Vitalität, die die Musiker an den Tag legten …
Deutschlandfunk 19. Februar 2007
- Farbenprächtig und facettenreich
Kobie van Rensburg erfindet eine Fülle von Details, die - analog zum doppelten Schluss -
oft wie Optionen wirken. Ganz und gar alternativlos hingegen ist die Musik, die Wolfgang Katschner mit Herzen, Mund und
Händen dirigiert: Das Orchester musiziert außerordentlich farbenprächtig und facettenreich, es kann
ebenso übermütig aufstampfen wie verschwörerisch flüstern. Das erzählerische Zentrum des
dritten Aktes aber verwandelt sich unter seiner Fürsorge und dank Kobie van Rensburgs Begabung in ein
Lehrstück menschlicher Selbsterkenntnis durch die Musik. Bravo!
Mitteldeutsche Zeitung 19. Februar 2007
- Ein Hochgenuss
Bei genauem Hinhören offenbart sich die Kühnheit im Harmonischen, das
eigentliche Novum der Musik, die jede seelische Regung mit kalligraphischer Genauigkeit umreißt. Das ist
nicht nur ganz die Sache von Rensburg, sondern vielmehr noch die von Wolfgang Katschner, der als Dirigent und
Theorben- Spieler das Mischensemble aus Berliner LAUTTEN COMPAGNEY und Händelfestspielorchester Halle zusammenführt
und, wenngleich mit Abstrichen in der Koordination über größere Distanzen, auf der Kammerbühne der
Oper Halle auch in den solistischen Partien sehr beweglich leitet.
Kompliment: Die Musiker spielen mit Engagement, jeden kleinen Schnörkel ausmusizierend, rasant und stringent in den
handlungsbetonten Passagen. Ein Hochgenuss.
Leipziger Volkszeitung 19. Februar 2007
- Tänzerisch bewegt und stilistisch souverän
Dass die vielen musikalischen Fäden des Abend weitgehend
zusammenliefen, dafür sorgte Wolfgang Katschner. Energisch und doch Platz lassend für
phantasievolle Improvisationen hielt er die Zügel der Aufführung fest in der Hand. Das
hauptsächlich aus Musikern seiner LAUTTEN COMPAGNEY rekrutierte Ensemble spielt einen
grundsoliden Monteverdi, durchgängig tänzerisch bewegt, stilistisch souverän
und nah am Notentext. In angemessener, und keineswegs sparsamer Besetzung mit historischen Instrumenten.
... Wolfgang Katschner schafft die Versöhnung: er beschließt die
Aufführung mit dem ersten Psalm aus der Marienvesper „Ehre sei dem Vater und dem Sohne“,
was man durchaus auf Apollo und Orpheus anwenden darf, der Abend endet also mit der schönen Parodie
der einleitenden Orfeo-Toccata... Das Premierenpublikum war begeistert!
MDR Figaro Frühkritik 19. Februar 2007
- Schlichte Größe
Dirigent müsste man sein, jedenfalls in dieser durch und durch
sehenswerten Produktion, dann würde man La Musicas zärtliche Hände wohl auch auf
dem Haupt spüren. Wolfgang Katschner, der den Hallenser „Orfeo“ an der Spitze
des Orchesters verantwortet, sei das holde Händchen gegönnt. Denn er selbst besitzt es,
in anderer Ausprägung, für die fragile und zumal rhythmisch und syntaktisch so
außerordentlich komplexe Partitur. Ein Spagat ist es immer, die Konturen von Monteverdis
Klangbildern zu zeigen, ohne der profunden rhetorischen Macht dieser Musik allzu nahe zu treten.
Katschner und seinen fabelhaften, mit Feinsinn zu Werke gehenden Musikern gelingt dies
vortrefflich und mit einem gehörigem Reichtum an klanglichen Facetten ...
OPERNWELT 04/2007
- Macht des Gesangs
Aus der Tiefe des offenen Bühnenbodens quellen in betörender Schönheit die Melodien von Monteverdis Musik, ausdrucksvoll durch Mitglieder des Händelfestspielorchesters unter Wolfgang Katschner intoniert. Er spielt selbst auf der Chitarrone und begleitet einfühlsam die Rezitative.
Musikalisch ist dieser Abend von barocker Schönheit im farbenprächtigen und facettenreichen Spiel des Orchesters und der Kraft der Chöre.
orpheus 05+06/2007
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