Kritiken: CD


 
Timeless Die Reise geht weiter

 

Halle/MZ.Den fernen Klang des 17. Jahrhunderts trägt die Berliner Lautten Compagney seit jeher in ihrem Namen, den Vorwurf der weltfremden Unverbindlichkeit aber konnte man den Musikern um Wolfgang Katschner in den 25 Jahren ihres Bestehens nie machen. Viel zu lebendig und gegenwärtig wirkte alles, was sie auf ihren Reisen durch den Barock für ein stetig wachsendes Publikum zu Tage förderten.


Doch nun dies: Ausgerechnet eine CD namens "Timeless" ist es, mit der sich das Ensemble seinen ersten Echo Klassik erobert hat. Am 17. Oktober wird die höchste Auszeichnung der Klassik-Branche in der Philharmonie Essen verliehen - und endlich steht auch die Lautten Compagney auf der Siegerliste. Verdient ist die Ehrung allemal - auch und gerade für die vermeintliche Flucht aus der musikalischen Heimat. Denn "Timeless", erschienen bei der Deutschen Harmonia Mundi, spielt natürlich nicht wirklich im akustischen Ungefähr, sondern sucht die Zeitlosigkeit in klar fixierten Koordinaten: der Lebenszeit des frühbarocken Italieners Tarquinio Merula (1595-1665) und des 1937 geborenen Amerikaners Philip Glass.

Es ist also weder ein Verrat an den Idealen der historischen Aufführungspraxis noch eine leichtsinnige Auszeit zu konstatieren - sondern ein dramaturgisch bezwingendes Arrangement, dessen Wurzeln erneut in einem theatralischen Experiment der Lautten Compagney liegen. Gewagt wurde es ursprünglich mit der Leipziger Compagnie der Choreografin Heike Hennig, mit der Katschner & Co. zu den halleschen Händel-Festspielen 2010 auch das Tanzoratorium "Maria XXX" entwickelt haben. Bereits im März des vorangegangenen Jahres wurden in gleicher Besetzung die noch leeren Räume des Neuen Museums Berlin bespielt - und schon damals fand man den Brückenschlag zwischen den Jahrhunderten dem Anlass besonders angemessen.

Dass Merula und Glass auch dann etwas miteinander zu tun haben können, wenn man ihnen die gestische Grundlage entzieht, zeigt nun die Compilation. Besonders spannend wird es da, wo die Lautten Compagney mit ihren Gästen an Saxophon und Percussion die Grenzen vorsätzlich verwischt: Wenn sich ein Glass-Splitter zwischen zwei Merula-Stücke schiebt und die vertrackte Einfachheit der Minimal Music auf die eingängige Komplexität des Barock trifft. In diesen Momenten verschränken sich Anfang und vorläufiges Ende der abendländischen Tradition, wird die Zeitlosigkeit zwischen den Epochen erlebbar. Und man darf staunen, wie sehr vor allem Glass vom Kontrastmittel aus der Vergangenheit profitiert. Dass die Lautten Compagney einmal mehr die Natur-Imitation mit Vogelstimmen betont, die man schon aus ihrem "Chirping of the Nightingale" kennt, dass sie mit Monteverdis "Orfeo"-Fanfare zudem eine Erkennungsmelodie der Barockszene einschmuggelt, gibt der CD zusätzliche Individualität.

Dass sie also nicht aus ihrer Zeit gefallen sind, zeigt auch ein Blick in den Terminkalender: Morgen werden die designierten Preisträger bei den Köthener Bach-Festtagen ihre Version einer Trauermusik aus dem 18. Jahrhundert präsentieren, am 2. und 10. Oktober sind sie mit Scarlattis Oper "La Didone delirante" im Goethe-Theater Bad Lauchstädt zu Gast.

Und für den kommenden Sommer verspricht die experimentierfreudige Compagney eine weitere Expediton - diesmal auch in räumlicher Hinsicht. Bei "Landscape" treffen die Musiker im Park des Schlosses Luisium bei Dessau auf William Shakespeares Sonette und auf das Ensemble des Anhaltischen Theaters. Die Reise geht weiter . . .


Mitteldeutsche Zeitung
03. September 2010
 
 
Henry Purcell: Love Songs Barock-Interpretationen mit besonderer Note

 

Wenn man sich im Bereich der klassischen Musik einmal fragt, welche bedeutenden Komponisten England hervorgebracht hat, dann dauert die Suche nach wirklich großen, auch in Kontinentaleuropa bekannten Musikern etwas länger. Einer der ersten Komponisten, wenn er nicht gar der erste in der englischen Musikgeschichte war, auf den «kontinental» zutrifft, war; Purcell gilt heute als größter englischer Komponist des Barock und sollte auch bis hin zu Edward Elgar (1857-1934) der berühmteste Musiker des Inselstaates bleiben. Trotz dieser Bekanntheit zu Lebzeiten wurde Purcell nach seinem Tod scheinbar vergessen, und so erleben wir erst langsam wieder so eine Art Wiederentdeckung seines Schaffens, das einige wunderbare Musik enthält, die man kennen sollte.

Die CD-Aufnahme, die hier näher behandelt werden soll, enthält «Arien» aus Purcells Semi-Opern «Timon of Athens», «The History of Dioclesian», «The Fairy Queen» und «King Arthur». Sie trägt den Titel «Love Songs» und ist kürzlich im Carus Verlag erschienen. Interpreten sind die Sopranistin Dorothee Mields und die Lautten Companey Berlin unter der Leitung von Wolfgang Katschner.
Mit diesem Inhalt versammelt die Aufnahme also einige der schönsten Stücke Purcells, die einen Eindruck von der musikalischen Vielseitigkeit ihres Schöpfers geben. Einmal tollt die Musik ausgelassen umher, ein anderes Mal sinniert sie über das «Wunder der Liebe», und ein drittes Mal ist sie so sanft wie ein Abendhauch an einem lauen Sommerabend. Manchmal wünschte man sich, man läge grade mit seiner «Herzdame» auf einer grünen Wiese unter blauem Himmel und hörte diese Musik, ließe sich in eine andere Welt entführen.

Wolfgang Katschner, selbst ein Lautenist von Weltformat, spornt die Lautten Companey Berlin zu Höchstleistungen an. Das Ensemble und ihr Leiter musizieren äußerst lebendig und verstehen es, jedem der Stücke seine individuelle Note, einen quasi ganz eigenen Charakter zu geben. Es wird sehr transparent und durchhörbar musiziert, nichts gerät zur Nebensache. Die gewählten Tempi sind allesamt sehr passend, wirken weder gehetzt noch zu langsam. Alles ist wie in einem Guss musiziert und wirkt sehr flexibel.
Dorothee Mields wiederum hat [...] einen frischen, jugendlichen, facettenreichen Sopran. Schrille Spitzentöne oder auch Unsauberkeiten sucht man in ihrer Interpretation dieser Werke vergebens; eher wirkt ihre Stimme wohlig warm, auf eine ganz besondere Art «strahlend».

Dabei harmoniert sie wunderbar mit der Lautten Companey, liefert sich keinen Wettstreit mit dem Ensemble, sondern musiziert mit ihm auf gleicher Ohrenhöhe als gleichberechtigter Partner. Sie verleiht jedem Stück ihre unverwechselbare Note, es geht nicht um Bravourgesang (der im Fall Purcells ohnehin fehl am Platz wäre), sondern darum jede Deutung der Werke zu personalisieren. Dorothee Mields ihre Sicht der Werke um und realisiert dabei weitgespannte Bereiche: Sie ist mal geheimnisvoll, mal schwärmerisch, mal völlig dem «Liebesrausch verfallen», mal ganz in Betrachtungen über die Liebe «versunken».

In summa eine grandiose sängerische Leistung. Und die ganze Aufnahme eignet sich sowohl für Einsteiger als auch für Experten, vermittelt einen guten Überblick auf Purcells weltliches Schaffen im Bereich der Bühnenmusik. Eine sehr schöne Einspielung des Carus’ Verlages, jeden Platz im persönlichen CD-Regal wert.


Glarean Magazin
19. August 2010
 
 
Timeless Beherzter Zeitsprung
Die Lautten Compagney spielt auf ihrer CD "Timeless" Werke von Merula und Glass.

Dass sich ein Alte-Musik-Ensemble auf Modernes einlässt, gilt in Zeiten heutigen Spezialistentums zumindest als ungewöhnlich, wenn nicht als Sakrileg. Wolfgang Katschner und seine Lautten Compagney indes wagen, inspiriert durch ein gemeinsames Projekt mit den Tänzern Heike Hennigs vor einem Jahr, ein durch und durch verblüffendes Experiment: Sie kombinieren Tarquinio Merula (1595-1665) mit Philip Glass (*1937) auf einer CD. Musik des frühbarocken Cremonesen erklingt im Wechsel mit dem postmodernen Texaner; "Timeless" lautet das Motto.

Dabei geht es um Muster und Strukturen: Glass findet Gewebe aus relativ simplen Rhythmen und melodischen Phrasen, die durch Überlagerungen zu komplexeren Gebilden akkumulieren und sich evolutorisch entfalten - Minimal Music eben, deren esoterische Suggestivkraft aus dem Prinzip der geringfügig variierten Wiederholung entsteht. Diese neue Einfachheit richtete sich bewusst gegen schwer goutierbare Disparitäten des 20. Jahrhunderts: Minimal will Popular Music sein.

Merula dagegen steht weit am Beginn der Entwicklungsgeschichte und entspinnt subtile Flechtwerke instrumentaler Stimmen am liebsten über einer Ciaconna-Struktur. Das korrespondiert ungemein mit Glass, nicht nur der perpetuierte Klangholz-Rhythmus in "Folle e ben" erinnert ans "Opening" der "Glassworks". Und doch zaubern Katschner & Co., während sie Glass in der geforderten pulsierenden Präzision absolvieren, den ihnen eigenen tänzerischen Swing aus Merulas Partituren hervor und wecken beherzt eine inspirierende, südländische Lebensfreude.

So fühlt der Hörer sich mit diebischem Witz auf den Leim geführt: Wie altbacken doch dieser pseudomoderne Glass wirkt und wie geistreich, wie virtuos der angeblich ach so alte Merula.


Thüringische Landeszeitung
16.07.2010
 
 
Henry Purcell: Love Songs Henry Purcell: Love Songs

 

[...] Wolfgang Katschner, der sich bei seiner Arbeit von den spieltechnischen Möglichkeiten seiner Musiker inspirieren lässt, liebt ungewöhnliche instrumentale Effekte. Das wird nicht nur bei „Timeless", sondern auch auf einer weiteren CD der Lautten Compagney deutlich, die in diesen Tagen fast zeitgleich auf den Markt gekommen ist: „Love Songs" heißt das Album, das die Gruppe mit der Sopranistin Dorothee Mields aufgenommen hat und das nun beim Label Carus (Note 1) erschienen ist.

[...] Wolfgang Katschner nimmt sie sich eben, die Freiheit zu interpretatorischer Eigenwilligkeit, besonders in seinen konzeptorientierten Projekten. [...] Die Swing-Rhythmen, die der jazz- und poperprobte Lautten-Compagney-Schlagzeuger Peter A. Bauer manchen der meist aus Bühnenwerken stammenden „Liebeslieder" unterjubelt, könnten in der Tat nur allzu leicht als Anbiederung an den modernen Massengeschmack verstanden (oder missverstanden) werden. Die Selbstverständlichkeit aber, mit der sich auch auf dieser CD die Idiome ineinanderfügen, gibt Katschner und seinem Ensemble hörbare Argumente zur Hand, um sich in der Diskussion um musikalische Standpunkte zu behaupten. Ganz im Geiste des Komponisten Purcell möchte der Interpret Katschner den unterhaltenden und tänzerischen Charakter der Stücke hervorheben. „Das ist fast alles Theatermusik", sagt er, „daher wollte ich auch mit theatralischen Effekten arbeiten." Nach fast 30 Jahren im Metier der Alten Musik fühlt er sich sicher genug, um aus alten Bahnen auszubrechen. Statt elitärer  Weihrauchstimmung kommt es Wolfgang Katschner und seiner Lautten Compagney darauf an, dass man die Musik, die sie spielen, unmittelbar versteht. „Natürlich sind die Fragen nach der Aufführungspraxis für mich nach wie vor  noch genauso interessant wie vorher - der Kontext der Entstehung, der Aufführung, die Quellenlage, die  Bedingungen der Komponisten und Musiker. Dennoch ist das, was hinterher zu hören ist, bei uns immer etwas anderes." Das stimmt - und es ist immer wieder etwas Neues.


Fono Forum
05 / 10
 
 
  Henry Purcell: Love Songs
Schöne Miniaturen

 

Interpretation: ****
Klangqualität: ****
Repertoirewert: ***
Booklet: ***

 

[...]

Auf der vorliegenden Platte vereinen Wolfgang Katschner und seine Lautten Compagney Berlin gemeinsam mit der Sopranistin Dorothee Mields etliche instrumentale und vokale Schmuckstücke [...] unter dem Titel ‚Love Songs‘. [...] In Katschners programmatischer Anordnung entsteht eine belebte Folge von Sätzen, die gewissermaßen eigenständig dramatisiert wird und ohne systematischen Anspruch einen ebenso knappen wie schönen Blick auf Purcells Spätwerk ermöglicht.

 

Kompetenz & Klangsinn


Musikalisch getragen wird die Platte zunächst natürlich von Dorothee Mields: Mit ihrer wunderbar ausgeglichenen Stimme, die zwar schlank aber nie schmal klingt und von einer ganzen Palette verschiedener Farbschattierungen gekennzeichnet ist, gestaltet Mields vor allem intensive lyrische Momente. [...] Nicht verschwiegen werden dürfen darüber aber ihre gleichermaßen bemerkenswerten technischen Möglichkeiten, die sie auch zu rasanter Bewegung befähigen.

 

[...]


Doch auch ansonsten überzeugen die Instrumentalisten: In der Vielzahl der lyrischen Stücke mit gestalterischer Kompetenz und geduldiger Phrasierung, in manchem Instrumentalstück mit Temperament und aktiver Artikulation. In einem feinen, plastisch-klaren Klangbild entfalten sich die sehr verschiedenen Besetzungen gelungen, die gestalterische Interaktion zwischen Dorothee Mields und der Lautten Compagney findet hier einen sehr schönen Rahmen.

 

Insgesamt ist es eine Platte, die Musik mit Potenzial in eine schöne, mit leichter Hand dramatisierte Folge bringt und feine Kontraste arrangiert. Monochrome Gefahren werden durch variable Besetzungen und eine geschickte Anordnung der Sätze vermieden. Zudem setzt Katschner durch etliche Klangdetails feine Reizpunkte. [...] ein wunderbares Programm in sehr ansprechender Deutung ist mit der Platte auf jeden Fall gelungen.


klassik.com
15.04.2010
 
 
  Henry Purcell: Love Songs

 

[...] Horcht nur! Eigentlich überflüssig, diese Aufforderung. Zumindest in der vorliegenden neuen Aufnahme. Man kann ja gar nicht anders als verblüfft die Ohren spitzen. Das ist also Musik aus einer von vielen heute als formelhaft empfundenen Barock-Oper [...] Mit Formeln hatte Henry Purcell sicher nichts am Hut. Gerade seine Bühnenmusiken sprühen vor Witz und Originalität. Dorothee Mields und die Lautten Compagney haben sich davon hörbar anstecken lassen. [...] Während Dorothee Mields natürlich wundervoll singt, ist der heimliche Star das begleitende kleine Orchester, die Lautten Compagney mit Wolfgang Katschner an der Spitze.
[...] hat Katschner reizvolle Suiten zusammengestellt. Und gerade die reinen Instrumentalstücke hat er oft unerhört spielerisch neu arrangiert. [...] Da passt dann auch die Maultrommel [...] schön in den musikalischen Schelmenstreich. Wunderbar federnd wiegt sich hier die Lautten Compagney in Unschuld. Die Leichtigkeit und schwerelose Schönheit von Dorothee Mields’ Sopran macht sie zur idealen Interpretin auch der Liebesbeschwörungen Henry Purcells. [...]
Entstanden ist hier ein Album von ansteckend guter Laune und echt englischem Humor. Das pralle Barocke Bühnenleben tritt uns entgegen [...]


WDR 3 Tonart
20.04.2010
 
 
  Tanzende Luftgeister
Die Sopranistin Dorothee Mields singt umwerfend schön Lieder von Purcell

 

Der erste Ton auf dieser CD ist ein in der Originalpartitur nicht vorgesehenes, aber ungemein schönes Maultrommelgezirpe. Die Lautten Compagney Berlin verbreitet einen ganz seltsamen, durch nichts und niemanden zu verscheuchenden Zauber im Raum, und wenn dann jemand die Tür aufstößt, kann es sein, dass der Besucher bewusst auf Zehenspitzen wieder von dannen zieht. Man ist, mit einem Wort, hier sofort auf Du und Du mit Henry Purcell, mit tanzenden Luftgeistern, verwunschenen Wäldern und rituellen Tänzen im Morgennebel. Und da kommt schon die Hauptperson auf dieser auch beim dritten Hören im Detail und im Ganzen immer noch umwerfenden Aufnahme – Dorothee Mields.

[...]  Wie Purcell wirklich klingt, phrasiert gehört und in welcher Reihenfolge seine Semi-Opern The Fairy Queen oder Timon of Athens am Ende zu singen wären, bewegt sich eben auch durchgehend im experimentellen Bereich. Mields weicht keinem Risiko aus und durchschreitet die Stücke trotzdem mit sicherer Balance. Purcell ist bei ihr in doppeltem Sinn gut aufgehoben. Hark, how the songsters, also »Horcht! Wie die Sänger des Hains singen«, wäre, kaum dass der Kuckucksruf das Stück eingeleitet hat, ein klassischer Fall, um sich zu verlieren: an den Rhythmus und die laue Stimmung einer oberflächlich betrachtet lustigen Szene. Mields aber gibt dem Moment mit hervorragender Diktion Dauer, sie ist mittendrin in der Handlung. Sie nimmt Purcell jeden Anflug falscher Harmlosigkeit. Und wenn sie »Ach« singt, ertönt nicht nur ein Ausrufezeichen, sondern ein ganzer Satz Lebenslust in drei Buchstaben: Wie kostbar ist das: Freude! Dem auf den ersten Blick womöglich entstehenden Eindruck, es könne sich bei Purcells Love Songs lediglich um eine Aneinanderreihung hübscher Stellen handeln, wirkt die Dramaturgie des Dirigenten Wolfgang Katschner mit aller Entschiedenheit entgegen: Katschner hat einerseits Vergnügen daran, den Staub aus alten Partituren zu blasen, ist andererseits aber beständig auf der Suche nach Dauerhaftem in der Neuen Musik. Man wundert sich also nicht, wenn eine Chaconne aus The History of Dioclesian über einer sechstaktigen Basslinie sich fast so anhört, als ließe sich jederzeit darüber rappen. Es ist, wenn man so will, Volksmusik im besten Sinne: ganz simpel ungeheuer raffiniert gemacht, direkt aufs Herz zielend. Abschließend schnurrt und kratzbürstet Dorothee Mields Man is for the woman made . Aber man soll sich nicht täuschen: Auch dieses Lied hat mindestens einen doppelten Boden.


ZEIT Online
10. März 2010
 
 
  Chill-out-Chopin und poetischer Purcell

 

[...] Doch auf der "Love Songs" betitelten CD lassen zunächst einmal die Instrumentalisten des Ensembles Lautten Compagney Berlin aufhorchen. Auf den ersten beiden Stücken der Einspielung haben sie allein das Wort, und sie nutzen ihre Chance, um (unter anderem) mit Maultrommel, Schlagwerk und Laute eine Lanze für die Freiheit der Gestaltung zu brechen. Das gelingt ihnen vor allem bei der farblichen Füllung der komponierten Bassstimme ganz vortrefflich. Auch als Begleiter sind die Berliner von erster Güte. Und Dorothee Mields zeigt sich auch hier wieder von ihrer besten Seite. Dabei singt die Sopranistin betont ruhig, schlicht und schnörkellos - mit einer Kindfrauenstimme, die in ihrer Reinheit manchmal geradezu naiv anmutet. Den hier aufgenommenen Arien aus Henry Purcells "Semi-Operas" tut das ausgesprochen gut. Verzierungen dienen stets der Verstärkung des zarten Ausdruckswillens, den Mields einbringt. Über diese Sängerin kann man sich nur freuen. [...]


Stuttgarter Nachrichten
11. März 2010
 
 
Timeless Glasklar und zerbrechlich
Die Lautten Compagney mixt Altes und Neues

 

Timeless, zeitlos – das ist ein hübsches Wortetikett und wird gern genommen, wenn altgediente Stars gewürdigt oder Ladenhüter als neuwertig angeboten werden müssen (was im schlimmsten Fall dasselbe ist). Als Titel für diese CD, deren Musik kürzlich einem Tanztheater zur Wiedereröffnung des Neuen Museums in Berlin diente, ist das doch sehr neutral – aber es hört sich eben nett an. Zum Glück ist die eingespielte Musik mehr als nett. Die Lautten Compagney, ein in Berlin ansässiges Barockensemble, erforscht in dieser bemerkenswerten Produktion die Musik des 1937 geborenen Philip Glass und konfrontiert sie mit munteren Stücken von Tarquinio Merula aus dem 17. Jahrhundert. Nun muss man nicht gleich die große Trommel nehmen, aus Merula einen Modernen machen oder zwischen ihm und Glass eine gerade Linie ziehen wollen – als sei neue Musik einfach und alte kompliziert oder überhaupt alles nur ein sanft mäandernder Fluss. Das Experiment der Lautten Compagney gelingt allein deshalb, weil die durch Saxofon und Marimbaphon verstärkten Berliner Barocker sowohl Merula als auch Glass ganz vorzüglich musizieren – die größte Überraschung ist wohl, wie glasklar und zugleich zerbrechlich die Minimal Music des umstrittenen Amerikaners klingt, wenn sie von alten Instrumenten gespielt wird. Insofern hat sich dieser Ausflug wirklich gelohnt.


Stuttgarter Zeitung
23. März 2010
 
 
  CD der Woche
15.03. - 19.03.2010

 

Pünktlich zu ihrem 25.Geburtstag macht sich die Berliner Lautten Compagney selbst ein besonderes Geschenk – die Barockspezialisten bringen eine neue CD heraus, die scheinbar Unvereinbares miteinander kombiniert: Musik des unbekannten italienischen Barockkomponisten Tarquinio Mérula und die des amerikanischen Erfolgsmusikers Philip Glass, eines Zeitgenossen unserer Tage. Eine schräge Mischung, könnte man denken. Doch herausgekommen ist dabei eine sehr angenehme und aufschlussreiche Einspielung. Fast vierhundert Jahre liegen zwischen diesen beiden Musikstilen, Frühbarock und Minimal-Music. Und doch ähneln sie einander viel mehr als beispielsweise die Musik der romantischen Zeitgenossen Chopin und Mendelssohn.

 

Wolfgang Katschner, Lautenist, Gründer und Leiter der Lautten Compagney, hat diesen pikanten Cocktail kreiert. Ausgangspunkt war für ihn die Musik des amerikanischen Minimalisten Philip Glass, der vor allem durch Filmmusiken und Opern bekannt geworden ist. Auf der Suche nach einem barocken Pendant stieß er auf Tarquinio Merula. Der ist kein so großartiger Komponist wie seine Zeitgenossen Frescobaldi und Monteverdi, aber er hat interessante Experimente auf dem Gebiet der Instrumentalmusik angestellt und vor allem häufig mit wiederholungsreichen Formen wie Ciaconna und Passacaglia gearbeitet.

 

Ganz neue Klangwelten eröffnet die Lautten Compagney mit ihrer Timeless-CD. Diese Musik zwischen barocker Lebensfreude und minimalistischer Schwermut wirkt allerdings nicht zeitlos – wie der Titel "Timeless" suggeriert, sondern sehr zeit- und erdverbunden modern und unanstrengend. Irgendwie haben wir es ja schon immer geahnt – historische Aufführungspraxis und Neue Musik sind zwei Seiten ein- und derselben Medaille: Originell wollen beide Richtungen sein und ihre Zuhörer bei den Sinnen packen, auch durch hypnotisierend wirkende Wiederholungstechnik. Auf diesem Feld treffen sich Minimal und Barock vor allem - aber man muss sich auf lange Stücke auch  einlassen können. Minimal sind bei der Musik der amerikanischen Minimalisten vor allem die  Varianten, die sich von Takt zu Takt fast unbemerkt einstellen.


Diese Musik zu spielen, hat den Barockspezialisten der Lautten Compagney hörbar Spaß gemacht. Und hat ihre Ohren für manches Phänomen der Alten Musik von Neuem geweitet und auch ihren Mut gestärkt, mit der überlieferten Musik des Barock ganz eigenartige Sachen anzustellen, zum Beispiel in der chromatischen Sonate von Merula, die eigentlich für ein Tasteninstrument komponiert ist.

 

Die Musikerinnen um Wolfgang Katschner haben das Stück für vier barocke Streicher adaptiert - und so klingt das Stück viel moderner als die meisten Werke des Minimalisten Glass. Überhaupt hat die Lautten Compagney ihre Fantasie spielen lassen, wo es nur ging. In einem Stück Tarquinio Merulas zitieren die Berliner Musiker deutlich hörbar die Toccata aus Monteverdis "Orfeo", einfach aus Freude an dieser Art Spielerei. Barocke Saiteninstrumente treffen bei ihnen auf das moderne Saxofon, arabische Trommeln und das afrikanische Marimba - Zink und Cornett verwischen ihre Klänge zu einer spannenden Melange. Weil Minimal Music heutzutage nur noch eine gewinnträchtige Masche ist, hat sich Wolfgang Katschner zu Recht auf die früheren Stücke von Philip Glass konzentriert, in denen noch ein künstlerischer, ein unbequemer Ansatz deutlich wird. Ein neues Zeitgefühl vermittelt die Lautten Compagney mit ihrer CD Timeless auf jeden Fall: Epochen verschwimmen, kurzweilig vergeht die Zeit beim Hören.


rbb Kulturradio
12. März 2010
 
 
  Klassik - CD - Rezensionen

 

Manchmal kann der Geist des Ortes eben doch beflügeln. Denn obwohl es nicht an Versuchen mangelt, aktuelle und alte Musik zu verbinden oder besser: das Lebensgefühl musikalisch zu erfassen, indem sie sich begegnen, enden die Experimente oft in unbefriedigendem, wenn nicht gar kitschigem Crossover. Bei diesem Projekt aber, das zu einer Tanzperformance der Sasha-Waltz-Tanzcompagnie anlässlich der Eröffnung des von David Chipperfield restaurierten Neuen Museums in Berlin entstand, scheinen sich der Minimalist Philip Glass und der frühe Barockmeister Tarquinio Merula tatsächlich etwas zu sagen zu haben. Dass dies anders als bei jüngeren, ähnlichen Versuchen von Rolf Lislevand, Los Otros oder auch dem allzu aufgesetzt poppigen Purcell-Projekt der Lautten Compagney selbst in diesem Falle doch gelingt, das liegt zum einen an den klug und sehr behutsam eingesetzten Klangfarben: Der morbide Ton des Saxofons und der glockige Klang des Marimbafons in Glass' "Windcatcher" fügen sich in den obertönigen Sound der darmbesaiteten Streicher ein, ohne in ihm zu verschwinden. Brücken zum Klang der historischen Zinken oder der hier eben nicht bloß zu plumpen Beat-Effekten eingesetzten Percussion bauen sich von selbst. Vor allem aber ist der alternierende Wechsel zwischen Glass und Merula nicht statisch, sondern als Prozess angelegt: Gegen dessen Ende, in einem Capriccio von Merula, verbinden sich einerseits die Klänge des Marimbafons und der Geige zu einem neuen Klang, der gleichzeitig an eine historische Orgel erinnert. Doch dann schichten sich neue und alte Instrumente über einem beständig wiederholten Bassmodell zu einer spannungsreichen Klangballung mit einmontierten Zitaten, die die Gegensätze zwischen Alt und Neu ebenso wenig leugnen will wie David Chipperfields Architektur.


Rondo
13. März 2010
 
 
La DIVA - Händel Arien für Cuzzoni Cuzzonis Erbin
Glatte Bestnote

 

An Händel-Recitals ist wahrlich kein Mangel, aber das Album von Simone Kermes ist ohne Zweifel ein Höhepunkt und Meilenstein auf diesem Felde. Die Leipzigerin hat sich vierzehn Arien herausgesucht, die Händel allesamt der italienischen Sopranistin Francesca Cuzzoni auf den Leib geschrieben hat. [...]

Simone Kermes präsentiert diese unter Verzicht auf einen übergroßen, voluminösen Ton und setzt ihren strahlenden, mit feinem Metall ausgestatteten Sopran sehr sensibel und mit viel Gespür für den jeweiligen Affekt ein. Die gestalterische Intensität und die Intonationssicherheit auch in schwindelerregender Höhe machen es der Sängerin möglich, auf manieristische Mäzchen vollständig zu verzichten. [...] Allerdings weiß Kermes durchaus, wohl dosiert bis subtil technische Finessen und verblüffende Verzierungen einzustreuen. Das geschieht aber nie zum eitlen Selbstzweck.

Auf diese Weise gerät ein ums andere Stück zu einer hochglänzenden Perle, getragen von einer ätherisch reinen Stimme - geradezu schmerzlich schön und von natürlicher, daher auch berührender Perfektion.

Die  Lautten Compagney Berlin ist bei genauerem Hinhören der zweite Star, die zweite Diva in dieser Produktion. Mit rundem, dennoch luftigem Klang begleitet sie unter Leitung von Wolfgang Katschner die Sängerin höchst anpassungsfähig und agiert dabei druchaus gleichbereichtigt im Vordergrund.

 

Wertung: 20 von 20 möglichen Punkten

 

Link zur kompletten Rezension


musik an sich online
13. März 2009
 
 
DER MESSIAS HWV 56 Empfehlung Neue CDs Klassik

Kaum zu glauben: Keine Aufnahme des Meisterwerks nutzte bislang den deutschen Text von Johann Gottfried Herder (1744 bis 1803). Dabei war der Weimarer Universalgelehrte sehr musikalisch. Das belegen nun mustergültig tonschön der Dresdner Kammerchor und die Lautten Compagney unter Wolfgang Katschner in einem Mitschnitt aus Bad Lauchstädt...


KulturSPIEGEL
25. August 2008
 
 
  Raritäten aus dem Händel-Nachlass

....Spitzenklasse sind. Das sind Wolfgang Katschner und seine Lautten Compagney unbedingt. Weshalb man gleich vom ersten Rezitativ Kobie van Rendsburgs bis zum "Würdig ist das Lamm, das da starb"-Chor von diesem ungestümen Zugriff gepackt ist. Nicht nur wirkt diese textlich abstrakte Jesus-Betrachtung durch die 1780, fast vierzig Jahre nach der Uraufführung entstandene Übersetzung von Johann Gottfried Herder intensiver, lässt den Hörer unmittelbar teilnehmen. Die Sänger, vor allem die furiose Maria Ricarda Wesseling gestalten das fast als geistliches Drama.


Die Welt
25. August 2008
 
 
CHIRPING OF THE NIGHTINGALE Tänzchen gefällig?

Herzlich wenig mehr als die reinen Melodiestimmen sind in John Playfords ‚English Dancing Master' abgedruckt. Die Lautten Compagney schlägt daher einen äußerst cleveren Weg ein, verbindet historisch fundierte Aufführungspraxis - anhand von Traktaten jener Zeit - mit minimalistischen Modellen jüngster Zeit. Und es ist diese Kombination aus streng historisch abgesicherter Technik und der großen Freiheit der Improvisation, die der ‚Dancing Master' letztlich verlangt (damit die Musik überhaupt erst zum Leben und Tanzen gebracht wird)...

Blockflöten, Violinen, Viola da Gamba, Harfe, Chitaronne, Barockgitarre, Cembalo, Orgel, Theorbe, Kastagnetten, Löffel, Holzblocks, Landsknechtstrommel etc... garantieren ein buntes Klangspektrum. Eventkultur der Jahrhunderte und eine Spielkultur, deren Elan und Dynamik regelrecht ansteckend wirkt. Noch dazu lässt sich die Lautten Compagney allerhand Intrikates einfallen: improvisierte Variationsfolgen tradierter Prägung jener Zeit, Melodiekombinationen, Schichtung von Elementen und paralleles Spielen mehrerer Teile eines Stücks und sogar die Einwirkung eines ‚Ground' in einen anderen. Das ist nicht nur Spielerei mit historischen Elementen, das ist weitergedachte Musikgeschichte, ist ein höchst klug durchdachter Blick des 21. Jahrhunderts auf das überkommene Material. Darin liegt, bei aller Buntscheckigkeit des Programms, die wirkliche Bedeutung dieser Einspielung. Eine hervorragend die Schichten der Musik wiedergebende Klangtechnik und ein witzig geschriebenes Booklet runden diese Aufnahme bestens ab.


klassik.com
25. August 2008
 
 
DER MESSIAS HWV 56 Empfehlung der Redaktion


Katschner hat eine famose Produktion vorgelegt, die auch unabhängig von der Textfassung maßstäblich gelungen ist. Die sensibel reagierende LAUTTEN COMPAGNEY und der einmal mehr begeisternde Dresdner Kammerchor liefern mustergültige Präzision und farbigen Klang, den Katschner elegant moduliert und dynamisch feinfühlig abstimmt - erstaunlich, wie schön der "Hallejuja"-Chor klingen kann...


Concerto
Dezember 2007/ Januar 2008
 
 
WEIHNACHTSHISTORIE Vital und mitreißend

Vital und mitreißend: Mit unerhörter Frische musizieren die Mitglieder der Capella Angelica und der LAUTTEN COMPAGNEY unter der Leitung von Wolfgang Katschner Werke von Dietrich Buxtehude ("Wachet auf, ruft uns die Stimme"), Heinrich Schütz ("Historia. Der Freuden- und Gnadenreichen Geburth Gottes und Marien Sohnes, Jesu Christi, Unseres Einigen Mittlers, Erlösers und Seeligmachers"), Johann Philipp Krieger ("Uns ist ein Kind geboren") und Johann Theile ("Nun ich singe! Gott ich kniee")... Als Solisten bezaubern die Sopranistin und Spezialistin für alte Musik Susanne Ryden, der Tenor Christoph Prégardien und Markus Flaig, Bass.


Das Opernglas
12/2007
 
 
DEIN EDLES HERZ, DER LIEBE THRON Engelhafte Töne

Engelhafte Töne für Dietrich Buxtehude: Kantaten, Arien und Choralkonzerte, darunter mehrere Welt-Ersteinspielungen. Eine Truppe freundlicher Putten, daran denkt man bei der Capella Angelica - so warm und strahlend klingt das Ensemble, und so rund fügt es sich zu den Instrumenten. Virtuosität ist bei allen Beteiligten gefragt, wird locker bewältigt und stört nie die Schönheit des Klangs...



CONCERTO
Oktober/November 2007
 
 
  Interpretatorische Dichtung

 

Katschner verzichtet auf eigens benannte Solisten. Er findet sie in seinem ausgezeichneten Chor, dessen Mitglieder alle solistischen Passagen mustergültig singen. Die Stimmen sind schlank und klar. Strahlend schön klingen die Soprane. Indem Solisten und Choristen eins sind, gewinnt die Musik interpretatorische Dichte. Die Tontechnik erhält den Eindruck, rückt die Soli nicht über Gebühr in den Vordergrund. Auch auf Grund der Kürze der Ariosos ist der Wechsel von Arie und Chor sehr organisch.


klassik.com
23. Juni 2007
 
 
  Protestantische Frömmigkeit

 

...Die sehr klar und feinnuancierte Interpretation des solistisch besetzten Chores und die von Katschner & Co. gewohnte, hingebungsvolle Präzision eröffnen den Zugang zu dieser musikalischen Welt Buxtehudes, die den Zuhörer mit sanfter Magie zu geistiger und geistlicher Muße verleitet.


Thüringische Landeszeitung
9. Juni 2007
 
 
MEMBRA JESU NOSTRI Klar und präzise geführte Stimmen

Das klangliche Resultat ist zweifellos höchst attraktiv. Während die sonst zumeist übliche solistische Besetzung die "Membra" als Zeugnis ihrer Zeit ausweist, zeichnet Katschner mit seiner vollstimmigen Einrichtung gewissermaßen den musikalischen Weg vor, den die Concerto-Aria-Kantate Buxtehudescher Prägung im frühen 18. Jahrhundert gehen wird...


Davon abgesehen besticht die Aufnahme mit den klar und präzise geführten Stimmen der Capella Angelica ebenso wie mit der fein ausgehörten Phrasierung. Einige Sätze - etwa gleich das einleitende "Ecce super montes" - sind überraschend schnell und federnd genommen, ohne jedoch an Geschmeidigkeit einzubüßen. Der gelegentlich kleingliedrige rhetorische Gestus scheint eher auf Verkündigung denn auf Meditation zu zielen; keine zwingende, im Kontext der Einspielung aber durhaus eine konsequente Entscheidung.

CONCERTO
Februar/ März 2007
 
 
IL PIANTO D'ORFEO CD-Kritik

Umrahmt werden die Arien von Instrumentalwerken der Zeitgenossen Lorenzo Allegri und Ludovico Grossi da Viadanan. Hierfür die LAUTTEN COMPAGNEY unter der Leitung Wolfgang Katschner zu verpflichten, war ein Glücksgriff. Die Interpretationen des 1984 gegründeten Barockensembles klingen so frisch und lebendig, so klar und exzellent, so farbenfroh und eindringlich, dass sich allein deshalb der Kauf dieses Tonträgers lohnt. An diesem Beispiel wird wieder einmal deutlich, wie spannend und effektvoll Musik aus dem 17. Jahrhundert klingen kann.



Das Opernglas
2/2007
 
 
MEMBRA JESU NOSTRI Homogener Klang, affektreiche Gestaltung - eine lebendige und liebevolle Interpretation

Beteiligt an dieser interpretatorisch exzellenten und klanglich - wie gewohnt - exorbitanten Aufnahme sind die Capella Angelica und die LAUTTEN COMPAGNEY, zwei Ensembles, die historisch informierte Aufführungspraxis mit höchster Lebendigkeit der Darstellung zu verbinden wissen (im Gegensatz zu so manchen anderen wissenschaftlich ‘aufgeklärten' Ensembles, denen der Buchstabe wichtiger zu sein scheint als das klangliche Ergebnis)...
Klanglich überzeugt diese Aufnahme durch höchste Durchsichtigkeit.
Wolfgang Katschner und seinen beiden Ensembles ist damit eine sehr gute Einspielung gelungen, die durch ihren homogenen Klang, ihre affektreiche Gestaltung (ohne Übertreibungen) des Textvortrags und ihre lebendige liebevolle Interpretation des Instrumentalparts besticht.


klassik.com
1. Februar 2007
 
 
MIA VITA MIO BENE Getrumpft

Die hier vorgelegte Auswahl trumpft mit zahlreichen wunderbaren Arien auf, die den Vergleich zu den Händelschen nicht zu scheuen brauchen. Dass dafür die Kantaten durch die üppige Continuo-Begleitung von der Kammer zum Festsaal befördert werden, mag historisch problematisch sein, macht aber zweifellos Wirkung. Dank der erfreulichen Sängerleistungen berührt diese Bibliotheksreise auch emotional.



Fono Forum
01/2007
 
 
IL PIANTO D'ORFEO Überirdisches aus der Unterwelt

Die sprühende Lebendigkeit dieses Pasticcios liegt gewiss vor allem an den herausragenden Musikern: Kobie van Rensburg zeigt, dass man den Gesangsstil Caccinis und Monteverdis mit Recht als den Beginn des Belcanto bezeichnet. Sein feiner, beweglicher Gesang ist nie zu dünn oder ohne Kern. Ein wunderbar ausbalancierter Grat zwischen perfektem Legatogesang und den perlenden Koloraturen.

Die Begleitung durch ein Gambenconsort, in diesem Fall die Lautten Compagney unter der Leitung von Wolfgang Katschner, steht im Einklang mit der Auffassung, dass Orpheus' Leier ein der Lira da bracchio ähnliches Saiteninstrument war. Zu den Saiteninstrumenten treten ein Tasteninstrument, zwei Zinken und eine Sammlung verschiedener Perkussionsinstrumente, was den Farbreichtum des Ensembles ungemein erhöht. Durch die fantasievolle und facettenreiche Ausführung der Basso-Continuo-Partien bekommt die Musik eine faszinierende Vielfalt und Vitalität. Makelloses Zusammenwirken der Musiker, abwechslungsreiche Klangwirkungen und geistreiche Interpretation sorgen dafür, dass diese Musik, heuer vierhundert Jahre alt, wie frisch aufgebrüht wirkt.



klassik.com
15. Januar 2007
 
 
  CD "Giacomo Carissimi" Oratorien
Fein zisilierte Linien aus mächtigen Akkorden


Überhaupt gelingt es der LAUTTEN COMPAGNEY, kunstvolle Übergänge zwischen den einzelnen Nummern zu erzeugen; fein ziselierte Geigenlinien wachsen aus mächtigen Akkorden heraus und spinnen sich alleine fort, als Vorspiel eines Rezitativs - ein Effekt, der öfter zu hören ist und die blockartige Kompositionsweise Carissimis etwas abmildert.


CONCERTO
Dezember 2006 / Jaunuar 2007
 
 
  CD "Il Pianto d'Orfeo" Ein Orfeo-Pasticcio
Faszinierende Vielfalt und Vitalität


Die sprühende Lebendigkeit dieses Pasticcios liegt gewiss vor allem an den herausragenden Musikern: Kobie van Rensburg zeigt, dass man den Gesangsstil Caccinis und Monteverdis mit Recht als den Beginn des Belcanto bezeichnet. Sein feiner, beweglicher Gesang ist nie zu dünn oder ohne Kern. Ein wunderbar ausbalancierter Grat zwischen perfektem Legatogesang und den perlenden Koloraturen.
Die Begleitung durch ein Gambenconsort, in diesem Fall die LAUTTEN COMPAGNEY unter der Leitung von Wolfgang Katschner, steht im Einklang mit der Auffassung, dass Orpheus' Leier ein der Lira da bracchio ähnliches Saiteninstrument war. Zu den Saiteninstrumenten treten ein Tasteninstrument, zwei Zinken und eine Sammlung verschiedener Perkussionsinstrumente, was den Farbreichtum des Ensembles ungemein erhöht. Durch die fantasievolle und facettenreiche Ausführung der Basso-Continuo-Partien bekommt die Musik eine faszinierende Vielfalt und Vitalität ...


klassik.com
15. Januar 2007
 
 
MIA VITA MIO BENE Versierte Raritätensammler

... Fürst Günther I. im thüringischen Sondershausen und Herzog Anton Ulrich in Meiningen ... Für ihre Hofmusik griffen sie besonders auf italienische Kantaten und Opernarien zurück, in denen das antike Arkadien mit all den Liebessäuseleien und -schmerzen wachgeküsst wurde. Und dies von damals prominenten Komponisten wie Francesco Gasparini, Attilio Ariosti und den Bononcini-Brüdern. Der Großteil ihrer Werke schlummerte aber tatsächlich bis heute unentdeckt in den örtlichen Bibliotheken. Weshalb die LAUTTEN COMPAGNEY mit ihrer Einspielung zumindest ihren Ruf als versierter Raritätensammler und -jäger bestätigen kann.


Rondo Magazin
12. Januar 2007
 
 
DIXIT DOMINUS, JUDICIUM EXTREMUM Voll beseelt - lustvoll frisch

Die vorliegende Rekonstruktion einer geistlichen Erbauungsstunde mit Werken Giacomo Carissimis und der Musikerschar um Wolfgang Katschner ist in jedem Moment voll beseelt-strahlenden Pathos, die musikalische und t extliche Diktion ist klar und leuchtend, die vokalen und instrumentalen Stimmen sind lustvoll frisch geführt. In der Tat ist die ganze CD eine wahre musikalische Erbauung im Spiel zwischen Präsenz und Transparenz, Majestas und Würde, Drama und Einkehr. Die kraftvollen Oratorien und Vespermusiken wirken in dieser Interpretation wie frisch restauriert. Und wer das alles noch auf einer surround-sound-Anlage genießen kann, der ist mitten drin in diesem musikalischen Historienfilm aus den Oratorien Roms. Diese Live-Aufnahme im Rahmen der Halleschen Händel-Festspiele 2005 bietet Klanggenuss pur - auch zur Weihnachtszeit!



Radio Bayern 4 Klassik
8. Dezember 2006
 
 
  Musikalische Exerzitien

Der biblische Text wird in verteilten Rollen gesungen, ein weiblicher Historicus beginnt vom Volk der Niniviten zu erzählen, selbst Gott persönlich singt als Bassus seinen Richterspruch gegen Jonas, und kurz darauf läßt der Chor das Meer in schrecklichen, vom Wind gepeitschten Zuckungen toben. Hier erlaubte sich Carissimi, der mächtigste Verfechter der musikalischen Gegenreformation, eine Erfindung seiner Feinde, nämlich die Textausdeutung in Tönen, fast exaltiert tonmalerisch zu übertrumpfen, von der Capella Angelica in bewegender, dynamisch ausgereizter Deklamation vorgetragen. Cantus, Altus, Tenor und Bassus singen daraufhin schönste, chromatisch eingetönte, anrührende Passagen über das Unglück des unwilligen Propheten ....

Überhaupt gelingt es der LAUTTEN COMPAGNEY, kunstvolle Übergänge zwischen den einzelnen Nummern zu erzeugen; fein ziselierte Geigenlinien wachsen aus mächtigen Akkorden heraus und spinnen sich alleine fort, als Vorspiel eines Rezitativs - ein Effekt, der öfter zu hören ist und die blockartige Kompositionsweise Carissimis etwas abmildert.



CONCERTO
Dezember 2006/Januar 2007
 
 
MEMBRA JESU NOSTRI Zupackend, dramatisch, volltönig - sehr gut gesungen und gespielt

...Die neuste Aufnahme kommt von der LAUTTEN COMPAGNEY Berlin, und sie bietet in zwei Punkten eine entschieden "andere" Interpretation: Erstens betont sie oft die dramatischen Aspekte und Kontraste der Musik (und nicht so sehr die meditativen); und zweitens bietet sie eine im Instrumentalsatz behutsam bearbeitete Fassung des Werks.
...eine eher zupackend dramatische Sicht dieser Musik und eine etwas bearbeitete Fassung. Denn Buxtehude verlangt neben einer Besetzung mit Violinen, Orgel und Continuo auch noch ein Gamben-Consort - er setzt dies aber nur in einer einzigen Kantate ein. Die LAUTTEN COMPAGNEY präsentiert nun eine etwas volltönigere Version, in der die Gamben in den Mittelstimmen durchwegs mitspielen - und warum auch nicht?, wenn es so dezent geschieht wie hier.
- Eine eigenständige Interpretation also in Charakter und Ausführung, sehr gut gesungen und gespielt von der Capella Angelica und der LAUTTEN COMPAGNEY Berlin, Leitung Wolfgang Katschner.


DRS 2 (Schweizer Radiosender)
5. November 2006
 
 
IL PIANTO D'ORFEO OPERNWELT-Plattentipp

Kobie van Rensburg, Barockmusik-Spezialist aus Südafrika, nimmt nicht Partei und präsentiert in seinem Album "Il Pianto d'Orfeo" Szenen aus beiden Werken. Van Rensburgs Versuch, die Orpheus-Legende auf verschiedene Autoren aufzuteilen, bemüht auch Stefano Landi und Lorenzo Allegri, greift außerdem weit über Florenz hinaus auf Szenen von Marc-Antoine Charpentiers Version der Story sowie natürlich auf Monteverdis "Orfeo" zurück. Mit hinreißendem Elan unterstützt von Wolfgang Katschners Lautten-Compagney, lässt der einmal als 'Starkmetalltenor' apostrophierte Künstler in diesem packenden, dramaturgisch klug collagierten Pasticcio den mythischen Sänger voller Leidenschaft von seinem Lieben und Leiden um Euridice berichten.


OPERNWELT
06/2006
 
 
  Reise in entfernte Gefühlslagen

Die Lautten Compagney spielt auf authentischen Instrumenten - etwa Theorbe, Chitarrone, Lione - und vermag es mit musikantischer Delikatesse und auch rhythmisch präziser Nuanzierung, die emotionale Ausdrucksspanne zwischen freudig-euphorischen Tanzweisen und - ob des Verluste der geliebte Eurydike - zu Tode betrübten Klagens unmittelbar nachfühlbar zu machen. (...) Star der Aufnahme aber ist der wunderbar klar und empathisch intonierende Tenor Kobie van Rensburg. Seine wahrhaft orpheische Kunst würde ganz siche - wie die des mythologischen Vorbildes - das Herz eines jeden Unterwelt-Fürsten zum Dahonschmelzen zu bringen.


Thüringische Landeszeitung
27.05.2006
 
 
  Klassik-heute-Empfehlung
Der südafrikanische lyrische Tenor Kobie van Rensburg hat nicht nur bereits eine sehr beachtliche Sängerkarriere vorzuweisen, die ihn vom Münchner Gärtnerplatztheater bis an die New Yorker Metropolitan Opera geführt hat, daneben auch an zahlreiche bedeutende europäische Bühnen, wo er sich einen Namen vor allem in Barock- und Mozart-Opern gemacht hat; er hat sich auch als erfindungsreicher musikalischer Arrangeur hervorgetan, dessen Opern-Pasticcio "Ein Theater nach der Mode" auf der Basis von barocken Bühnenwerken sehr erfolgreich in München über die Bühne ging und fürs Fernsehen aufgezeichnet wurde. Ähnliches versucht der Tenor auch auf dieser CD. Unter dem programmatischen Titel "Il Pianto d'Orfeo" hat er eine Kollage (oder eben ein Pasticcio) aus Werken zusammengestellt, die alle dem Orpheus-Mythos gewidmet sind, von Peris Euridice über Monteverdis L'Orfeo und Caccinis L'Euridice bis hin zu Charpentiers La descente d'Orphée aux enfers und Landis La morte d'Orfeo. Eingefügt sind Instrumentalstücke verschiedener Zeitgenossen wie von Lorenzo Allegri und Ludovico Grossi da Viadana. Entstanden ist ein reizvolles, farbenreiches musikalisches Mosaik, das sich durch die subtile und stilvolle Gestaltung Kobie van Rensburgs und der LAUTTEN COMPAGNEY ohne weiteres mit jenen kunstvollen Formen des Pasticcios vergleichen lassen darf, wie sie unter den Komponisten der Barockzeit gang und gäbe waren.
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität: 10
Gesamteindruck: 10
Bewertungsskala: 1-10

Klassik heute
05/2006
 
 
TESEO (DVD) Top-quality cast for Handel´s Teseo

 

George Frideric Handel's ‘‘Teseo'' was a delightful surprise when I saw the opening performance of the Bayreuth Baroque Festival in September 2003. I had never heard of the opera, nor had the other music critics with whom I was traveling, but ‘‘Teseo'' was a strikingly good fit for the lavishly ornate Markgräfliches Opernhaus built just 35 years after Handel penned ‘‘Teseo.''
The good impressions remain in the Arthaus DVD of the same production recorded in July 2004 at the theater in the 18th century New Palace built by Frederick the Great in Potsdam, Germany just outside Berlin. A co-production of the Handel Festival in Halle, the Goethe Theater in Bad Lauchstädt near Halle, the Hannover-Herrenhausen Festival and Bayreuth Baroque, ‘‘Teseo'' offers splendid music, spectacular singing and interesting staging. Some camera close-ups, though, are unflattering to settings and soloists, dispelling the illusions seen by the audience.
Composed in 1713, ‘‘Teseo'' is a fairy-tale opera based on the French lyric tragedy ‘‘Thesée'' (Theseus). Although an artistic success at its London premiere, ‘‘Teseo'' become a financial disaster after the aptly named theater director Owen Swiney made off with the box-office receipts from the first two sold-out performances. After 13 performances, the opera slid into obscurity until a 1947 revival.
Cast in ancient Greece, the opera deals with a classic love triangle involving King Egeo of Athens, his unrecognized war-hero son Teseo and the Princess Agilea. Infatuated with Agilea, Egeo breaks his engagement to Medea, proposing that she marry his son, whom he has never seen. After Teseo rejects her for Agilea, the vengeful Medea uses her magic powers to summon underworld demons to torment the pair. Later, she tries to trick Egeo into poisoning Teseo but just in time the king recognizes his son's sword. When Medea subsequently tries to burn down the palace, the goddess Minerva intervenes to set things right.
Handel's genius makes the improbable tale work with a magical variety of expressive music. Led by Wolfgang Katschner, the period-instrument Lauten Compagney Berlin plays with spirit and virtuosity, not least the fleet-fingered oboists. Katschner himself picks up a lute to accompany an aria.
The international cast is top quality, with singing of remarkable speed, agility and brilliance. The three countertenors, each with a different vocal quality, are also excellent. ‘‘Teseo'' concentrates on the higher voices, with no part lower than alto.


The Patriot Ledger
8. Februar 2006
 
 
CHIRPING OF THE NIGHTINGALE Für den Feierabend

Wolfgang Katschners „Lautten Compagney" nimmt uns bei dieser CD mit auf eine ertragreiche Reise hin zum eher fernen Klang. Etwa zur Musik von John Playford, einem Komponisten des 17. Jahrhunderts. Eben hin zu Klangstrukturen, bei denen das Wichtigste nicht auf demPapier steht. Da ist die Kompetenz der Ausführenden besonders gefragt. Hier gelingt's ausgezeichnet. Abwechslung und Farbigkeit resultieren aus Lied und Tanz. Auch „Greensleeves" ist dabei. Entspannende Musik (nicht nur) für den Feierabend.


Badische Zeitung
20. Dezember 2005
 
 
HANDEL PORTRAITS OF MEZZO-SOPRANO HEROINES Eine Lanze für Heldinnen gebrochen

Wesselings grösste Leistung auf der Porträt-CD ist es, sich zu Gunsten der Figuren zurückzunehmen und ihre wunderbare Stimme und ihre glänzende Technik uneitel in den Dienst von Händels Musik zu stellen. Diese gibt ihr wiederum Möglichkeiten zu brillieren: etwa mit einer herrlich warmen und füllig klingenden Interpretation von "Dolce riposo" aus "Teseo" oder dem entschlossen-gelassenen "Son contenta di morire" aus "Radamisto". Die LAUTTEN COMPAGNEY Berlin unter Wolfgang Katschner ihrerseits begleitet, vertieft und umschmeichelt Wesselings Stimme in idealer Weise und hilft mit, die CD zum Hörgenuss zu machen.



Die Südostschweiz
5. Juli 2005
 
 
CHIRPING OF THE NIGHTINGALE Tanzmusik und Stimmenzauber

Rhythmisch prononciert, elegant und solistisch delikat interpretieren Katschner & Co diese meist kurzen Werklein auf authentischem Instrumentarium - man spürt der Musici vitale Lust daran und bewundert ihr mehr als handwerkliches Geschick, den "Tanzmeister" aus dem Geist seiner Zeit auferstehen zu lassen.

Der Barock-Experte Wolfgang Katschner und seine LAUTTEN COMPAGNEY haben einige dieser (Playford-) Schätze gehoben und auf eine CD gebannt, an der man sich schier nicht satthören mag. Sehr volkstümlich geht es da zu, heiter und verblüffend originell - vor allem jedoch: auf herzerfrischende Weise tänzerisch.


Thüringische Landeszeitung
18. Juni 2005
 
 
  Eine Atmosphäre sondergleichen

 

What a terrific array of period instruments which they used to great effect providing an atmosphere second to none. It was music performed with a theatrical bent and I must make special mention of the percussionist Peter Bauer. His flamboyant style together with his comical approach made it a fun evening?

Whatever the ensemble played you were always in for a pleasant surprise, whether with their exquisite performance or the sheer fun and life they put into it.


edp24 Norfolk entertainment
11. Juni 2005
 
 
DOLCE MIO BEN CD-Empfehlung des Monats

 

Eine besser schmeckende "Torte" hätte die LAUTTEN COMPAGNEY zu ihrem 20. Geburtstag nicht servieren können [...]. Maite Beaumont ist die Hauptrolle gleichsam auf den Leib geschrieben. Die junge Mezzosopranistin verfügt über ein beeindruckend breites Ausdrucksspektrum. Jeder Augenblick wird hier ausgelebt, leideschaftlich, zärtlich, zu Tode betrübt und dann doch wieder mit unbezähmbarer Lust - und das alles voller Intensität und Frische. Glockenrein perlen die stilgerechten Verzierungen, klar und deutlich sind Diktion und Artikulation, empfunden aus dem rhetorischen Gestus der melodischen Empfindung. Doch erst durch die nuancierte Begleitung der acht Instrumentalisten entfalten sich Leuchtkraft und Farbenreichtum zu einem Feuerwerk.


FONO FORUM
Februar 2005
 
 
  Exemplarische Leistung

 

Nicht nur in jeder Hinsicht herausragend ist das erste Soloalbum von Maite Beaumont. Die Spanierin legt ein großartiges Debüt vor: ein ungewöhnliches Repertoire - italienische Kantaten und Opernarien um 1700 - in bemerkenswert souveräner Interpretation. Technik und Stilgefühl sind gleichermaßen sicher, die Tongebung von erlesener Qualität. Die Sängerin setzt nicht, wie derzeit noch immer in diesem Repertoire vorherrschend, allein auf geradlinige, vibratoarme Gestaltung, sondern traut sich auch, die Stimme zuweilen frei strömen zu lassen sowie Texte mit emotionalem Leben zu füllen ohne dabei in den großen Operngestus auszubrechen. Das verleiht der Aufnahme eine ansprechende, direkte Lebendigkeit. [...]

Der sehr überzeugende Gesamteindruck wier entscheidend mitgeprägt von der exemplarischen Leistung der LAUTTEN COMPAGNEY unter der Leitung von Wolfgang Katschner, der das vor zwanzig Jahren gegründete, inzwischen äußerst renommierte Berliner Ensemble zu facettenreichem und nicht selten furiosem Spiel animiert.


Das Opernglas
Februar 2005
 
 
  Musik, die wie handgeschöpfte Schokolade auf der Zunge zergeht

 

Maite Beaumont, seit anderthalb Jahren Ensemblemitglied der Hamburgischen Staatsoper und vom Publikum besonders als Ruggiero in Händels "Alcina" gefeiert, leiht ihren strahlenden Mezzosopran all diesen wahlweise von der Liebe gebeutelten oder durchglühten Existenzen. Zu den Barockviolinen und warm vibrierenden Tönen der Theorbe - einer großen, vornehmlich zur Liedbegleitung eingesetzten italienischen Lautenart - singt Maite Beaumont kraftvoll, ohne zu übersteuern, mit tänzerischem Schwung und manchmal mit einem sich als Frömmigkeit maskierenden Begehren. Die Lautten Compagney gibt sich selbst für zwei instrumentale Zwischenmusiken Raum. Auch sie vermögen den Hörer minutenschnell in einen festlichen Rauschzustand zu versetzen.


Die Welt
12. Januar 2005
 
 
DER MESSIAS HWV 56 Plausibel theatralisch gedacht - eine Messias-Einspielung erster Wahl

Charakteristikum dieser Interpretation ist ihr dramatischer Zugriff; vollkommen plausibel wird hier Händels Oratorium theatralisch gedacht. Bei der Aufnahme 2004 im historischen Kursaal Bad Lauchstädt mussten Katschner & Co. keine Rücksichten auf lange Nachhallzeiten - wie in einem Kirchenraum - nehmen; das ergibt ein bestechend transparentes Klangbild mit stupend dynamischen Differenzierungen.
Ehrliche Empfindung und Erhabenheit des Anlasses finden darin idealen Ausdruck. Zugleich gewährleisten Chor und Solisten eine hohe Textverständlichkeit dieser Herderschen Übersetzung. So ist für jeden, der dieser Tage der Ankunft des Heilands freudig gedenkt, die "Messias"-Einspielung Wolfgang Katschners absolut erste Wahl.


Thüringische Landeszeitung
18. Dezember 2004
 
 
Lynne Dawson MY PERSONAL HANDEL COLLECTION A delightful showcase for the lovely voice of a justy celebrated Handel soprano

 

Lynne Dawson proclaims her distinction as a Handel singer - if anyone doubted it - in the opening moments of this CD: Alcina's aria, where her full, warm and intensely musical voice floates over the orchestra so appealingly. She has the grand manner necessary for this piece but also the delicacy of nuance to make the music say much more than the mere notes indicate.


GRAMMOPHONE
06/2003