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Maria XXX
ein Tanzoratorium von Heike Hennig
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Reigen des Lebens feiert Maria
Schade, muss das erste Wort über diesen wunderbaren Abend lauten: Schade, dass die Plätze im Großen Saal des Neuen Theaters Halle nicht restlos besetzt waren, als Heike Hennigs Tänzer und die Lautten Compagney Berlin am Mittwoch ihren zweiten Auftritt bei den halleschen Händelfestspielen hatten. Aber am Ende machte der herzliche Applaus für das Tanzoratorium "Maria XXX" die Sache mehr als wett. Und den Schaden haben am Ende nur jene, die sich diesen Reigen zur Feier des Lebens entgehen ließen.
Hier zeigt sich das Festival, erstmals geleitet von Clemens Birnbaum, an einer Sollbruchstelle des neuen Beginnens, deretwegen aber niemand bange um die traditionelle Händel-Ehrung sein muss. Sicher braucht es ein wenig Zeit, bis angestammte Besucher ihre Scheu vor Angeboten wie "Maria XXX" verlieren, die es so noch nicht gegeben hat. Und das jüngere Publikum, am Mittwoch schon recht zahlreich vertreten, muss erst noch hören, dass dieses Musikfest nicht ausschließlich für reifere Jahrgänge gedacht ist. Im idealen Fall könnten sich die Generationen hier begegnen - zu aller Freude.
Dafür hat die von der Leipziger Choreografin Heike Hennig inszenierte und von Wolfgang Katschner musikalisch geleitete Produktion tatsächlich die besten Voraussetzungen geboten. "Maria XXX" spielt schon im Titel mit den möglichen Deutungen: Geht es darum, Mariens Größe als Heilige herauszustellen oder etwa um die Betonung der Sexualität, die man der Gottesmutter in strenger Lesart doch gar nicht zubilligen darf?
Es geht um beides - und glücklicherweise an keiner Stelle um den Tabubruch um des Tabubruchs willen. Vielmehr werden hier zu Händel-Arien und elektronisch verfremdeten Klängen (erzeugt von Cornelia Friederike Müller alias CFM) Lesarten zu Maria in eindrucksvolle Bilder übersetzt. Maria ist Auserwählte und hilflos Überforderte, Begehrende auch und Frau, die der Begehrlichkeit ausgesetzt ist. Traumsequenzen mischen sich mit Heutigem, religiös anmutende Innigkeit mit Bildern der Gewalt und des Krieges.
"Maria XXX" erzählt von Frauen und Männern, vom Kampf der Geschlechter und vom Kampf mit den Rollenklischees. Und immer ist eine Tröstung dabei, die nichts Billiges hat, sondern von Musikern, Sängern und Tänzern in großer Glaubwürdigkeit vorgetragen wird. Wobei die Bandbreite vom Barock bis zum Breakdance reicht.
Die Musiker tragen das Konzept aus ganzem Herzen mit: Spielerisch mischen sie sich unter die Tänzer, gehen demütig auf im Ensemble und lösen sich wieder von ihm. Als einen Körper aus vielen Körpern kann man das Projekt begreifen, den Abend als große Feier des Menschlichen und der Künste.
Mitteldeutsche Zeitung 11. Juni 2010 |
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"Maria XXX": Erotik der Gottesmutter
Aufreizend, vieldeutig: Mit einem außergewöhnlich spannenden Uraufführungsprojekt haben die Leipziger Choreografin Heike Hennig und ihr Ensemble im Verein mit Wolfgang Katschners Berliner Lautten Compagney das Publikum der Hallenser Händelfestspiele begeistert. Halle. "Maria XXX" knüpft bei der barocken Marienverehrung an und schlägt den abenteuerlichen Bogen zur Pornoindustrie der Gegenwart. Maria, die Heilige, die Hure. Hennigs sehr ernsthaftes Experiment erforscht ein abendländisches, in den kulturellen Gedächtnisrinden zementiertes Frauenbild samt dessen Rezeption.
Eine Engelsstimme, aus Händels "Resurrezione", verkündigt den Anbeginn, gemahnt an den Sündenfall der Menschen und ihre Erlösung durch Christi Tod. Zum irisierend schwerelosen Gesang des Counters Yosemeh Adjei windet sich ein Tänzer auf der leeren Bühne, er rafft sich auf, torkelt als führungslose Gliederpuppe, sinkt wieder zu Boden. Und nach Kräften hält Adjei mit; ein intimes, simultanes Duett entspinnt sich im sphärischen Irgendwo, beäugt nur von einer bis nah an die Unkenntlichkeitsgrenze aufgepixelten Bildikone der heiligen Theresa Gian Lorenzo Berninis.
Dann sendet DJane CFM gesampelte Geräusche und Rhythmen aus dem digitalen Nirwana, rezitiert Verse aus Rilkes "Marienleben". Gleich zur ersten Ensembleszene laden die Leipziger Tänzer die Instrumentalisten der Compagney ein auf die Bühne, und man dehnt sich in ritualhaften Übungen zur gemeinsamen Kuschelparty. All dies steht zunächst unter dem Esoterikverdacht, einen raumgreifenden Pendelschlag zwischen religiöser Inbrunst und postmodernem Hokuspokus zu versuchen.
Heike Hennig hat eine ungemein eigene, bis ins Detail schwer nachzuvollziehende, zeitgenössische Tanzsprache entwickelt, die HipHop- und Breakdance-Elemente einbezieht. Aber gerade diese kultürlich eruptive, dennoch in ihren Bewegungsabläufen äußerst abgezirkelte Körperlichkeit korrespondiert mit den - für heutige Hörer nicht minder leicht nachvollziehbaren - barocken Affekten auf vollkommen organische Weise. Schier unmöglich ist es, nicht zumindest in deren spiritueller Dünung innerlich mitzuschwingen.
So erleben die Zuschauer einen betörenden Schleiertanz, sehen das Ensemble in kollektiver Wollust versinken und bestaunen die artistische Ekstase eines Solisten. Es ist ein Wechselspiel von Verzückung und Andacht, getragen von der Exzellenz der Lautten Compagney und der drei Sängersolisten, dem faszinierenden Adjei, dem etwas schwerfälligen Daniel Ochoa (Bass) und der glockenhellen Sopranistin Marie Luise Werneburg, bei diesem Händel-Pasticcio. Durchaus darf man aufgeben zu sinnieren, ob gerade die heilige Mutter Gottes oder doch eher die Sünderin Maria Magdalena gemeint ist. Ohnedies wissen nicht allein Kunsthistoriker, dass sich in der religiösen Marienverehrung subkutan auch ein erotisches Moment kristallisiert.
Alles, auch ein großes, graues Tuch, das im zweiten Teil die Bühne bedeckt, zeugt mehrdeutige Assoziationen: Es wird wie das symbolische Netz eines Seelenfischers ausgeworfen, dann gerefft wie ein Segel und dient schließlich einer Tänzerin als Burka, in der sie vom Kollektiv eingefangen und wie in einer Prozession auf den Schultern davongetragen wird. Den Schlusschor stimmen alle Akteure - inklusive der Tänzer - gemeinsam an. "Maria, Hoffnung und Heil." Verstört, betört löst sich das Publikum aus der Faszination und applaudiert voll Überschwang dieser die Genre- und Zeitgrenzen überbrückenden Serenata di danza. Prädikat: magisch.
Thüringische Landeszeitung 09. Juni 2010 |
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Barockmusik trifft Gegenwart
Klangvokal zeigte "Maria XXX"
Ungewöhnliches hatte das Klangvokal-Musikfestival am Dienstag zu bieten: die Verbindung von Barockmusik, Tanz und elektronischen Klängen aus dem Bereich der Minimal-Musik. Das Experiment gelang: Die Uraufführung von "Maria XXX", einer Produktion von Heike Hennig im Schauspielhaus, bot herausragendes modernes Tanztheater und erntete Standing Ovations.
Die Produktion, die sich dem Mythos Maria auf verschiedene Weisen nähert, bindet Tänzer, Sänger und Orchestermusiker in eine Gesamtchoreographie ein. So kommt es vor, dass die Musiker des Barockorchesters Lautten Compagney ihre Instrumente verlassen und sich an einer Tanzszene beteiligen. Immer wieder wird die Musik Alessandro Scarlattis und Georg Friedrich Händels durch die Soundkunst-Klänge von DJ CFM gebrochen. Barockmusik wird auf diese Weise geschickt in die Gegenwart übertragen.
Die Mutter Gottes ist hier nicht nur Heilige. So wechseln sich Momente von erotischer Ekstase mit Szenen ab, die eine mystische, transzendente Atmosphäre heraufbeschwören. Auch Bestrafungen und Grausamkeiten kommen vor. Maria somit als Projektionsfläche für das Sexuelle, Brutale und in die gedankliche Ferne Gerichtete. Auch optisch werden diese Gegensätze sichtbar: Ein Umhang dient als Bettlaken und Schutz zugleich.
Das Bühnenbild besteht aus einem Triptychon-Altar, der ein gepixeltes Bild zeigt - Sinnbild ebenfalls für etwas Altes mit Verweis auf unsere digitale Gegenwart. Erwähnenswert sind auch die phantasievollen, fast märchenhaft wirkenden Kostüme der Tänzer und Sänger von Min Stiller. Die Produktion zog auch ein jüngeres Publikum an - was bei Werken, in denen die Barockmusik im Mittelpunkt steht, sonst selten der Fall ist. Ein Fingerzeig in die Zukunft des Musiktheaters?
Ruhr Nachrichten 03. Juni 2010 |
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Jungfrau, Hure, Maria
Klangvokal: Wunderschönes Tanzoratorium von Heike Hennig
Ein nicht alltägliches Tanzprojekt war im Rahmen von "Klangvokal" im Schauspielhaus zu sehen: Heike Hennigs Tanzoratorium "Maria XXX" verbindet Instrumental-Musik, Gesang und Tanz ebenso wie es mit Assoziationen, die der Name "Maria" - heilige Jungfrau, Frau und Hure - zulässt, spielt.
Schon das Bühnenbild wird von einer Dreifaltigkeit und -einigkeit beherrscht, im Hintergrund steht ein Triptychon. das den Kopf der heiligen Theresia, einer Plastik von Bernini, bis zur Unkenntlichkeit aufgepixelt, zeigt: Lacht sie, leidet sie? Und wer genau ist sie? Für Hennig und die Tänzer kann Maria jede, alles sein.
Einzelne Solisten treten im Laufe des Abends aus der Gruppe heraus, verkörpern die Hauptfigur: engelsgleich und zerbrechlich, athletisch und kraftvoll, biegsam und verführerisch ist ihr zeitgenössischer Tanz zu Marienkantaten von Scarlatti und Händel, begleitet von dem Barockorchester LAUTTEN COMPAGNEY. Wobei die Gesangs-Solisten - Sopran, Countertenor und Bass - wie die Scharniere des Triptychons wirken, da sie nicht nur singen, sondern auch mittanzen.
Aufgelockert wird der Barockklang durch Szenen, die mit elektronischen DJ-Samples untermalt werden, während der Tanz nicht nur die Figur "Maria" skizziert, sondern durch die Gruppe auch die Reaktionen der Gesellschaft: Anbetung, Bewunderung, Werben, Gehorsam und auch mal den Kampf um ihre Person.
Eine komplexe Grundidee, die das Ensemble mit einnehmender Natürlichkeit, ansteckender Heiterkeit und viel Gefühl auf die Bühne brachte. Jede menschliche Facette wird Selbstverständlichkeit, Unterwerfung erscheint als aufrichtige Hingabe. Scheinbare und tatsächliche Widersprüche der verschiedenen Dreiecke lösen sich in dieser Inszenierung magisch auf und ergeben eine harmonische Einheit. Die einzelnen Szenen verdichten sich am Ende zum Gesellschaftsbild der Frau in der heutigen Zeit, so wie die Marienverehrung zu allen Zeiten von diesem Bild geprägt war.
"Wunderschön" ist das Wort, das am häufigsten nach Ende der Veranstaltung zu hören war.
Westfälische Rundschau (Dortmund) 03. Juni 2010 |
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Serse
Oper von Georg Friedrich Händel
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Überraschend intensive Seelenqualen
Wie ein Kreisel in voller Fahrt – Händel-Oper „Serse“ im Theater Schweinfurt
So muss Oper sein: bunt, schnell, spannend, anrührend, sexy. André Bücker, seit kurzem Generalintendant in Dessau, hat Händels „Serse“ (Xerxes) inszeniert, ganz nah am Plot, ganz nah an der barocken Pose, und doch voller Leben, Witz und Spontaneität. Die Koproduktion des Goethe-Theaters Bad Lauchstädt und der Händel-Festspiele Halle gastiert noch bis Sonntag im Theater Schweinfurt. Für die höchst verwickelte Geschichte um Liebe, Macht, Verrat und Versöhnung reicht ein Bühnenbild: Imme Kachel hat mit goldfarbenen Polsterhockern und einer kreisrunden Projektionsscheibe eine luxuriöse Versuchsanordnung geschaffen, in der gelackte Gecken und affektierte Püppchen überraschend intensiven Seelenqualen ausgesetzt werden.
Die Besetzung ist brillant, die Sänger verkörpern ihre Rollen, als seien sie für einen Film gecastet worden. Susanne Kreusch gibt mit maskuliner Körpersprache einen Serse, dessen Erotik der Macht zusehends an Glanz verliert. Und so mutiert das Kämmen seiner Lackfrisur immer mehr von der lustvollen Selbstvergewisserung zur zwanghaften Übersprunghandlung. Der fabelhafte Countertenor Jean-Michel Fumas als Serses Bruder Arsamene ist der linkische Zweitgeborene, den aber Romilda (kurioserweise) liebt, auf die Serse ein Auge geworfen hat, was wiederum der koketten Atalanta (Heidi Maria Taubert) gut in den Kram passt, weil sie auf Arsamene scharf ist. Romilda (Paula Turcas) wehrt sich zunächst mit barbiehafter Steifheit gegen Serses Avancen, bis bei einem Vergewaltigungsversuch mit einem Schlag deutlich wird, dass das Spiel längst keines mehr ist. Und dann ist da noch Amastre, Serses Braut, die als Mann getarnt für weitere Verwicklungen und schließlich für die Auflösung sorgt. Luciana Mancinis Stimme hat das vielleicht interessanteste Timbre dieses durchweg großartig singenden Ensembles. Bewegte Bilder des Video-Künstlers Frank Vetter kommentieren, persiflieren, konterkarieren die Handlung. Zu „Ombra mai fu“ wehen Blätter im Wind, zu Serses Wut stapft Godzilla durchs Bild, und zum Beziehungskrach von Romilda und Arsamene gleiten Haifische vorüber. Interessanterweise verbindet sich dieses Stakkato aus Bildern, Gesten und Gags mit der beseelten und knackigen Begleitung der Berliner Lautten Compagney unter Wolfgang Katschner zu einem eigentümlich ruhigen Gesamtbild – wie ein Kreisel, den nur sein hohes Tempo im Gleichgewicht hält. Wunderbar.
Mainpost 14. Januar 2010 |
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Viel Spaß mit Händel
"Serse" unter der Diskokugel
[...] Die Inszenierung (Regie: André Bücker) machte einfach Spaß. Vor allem wegen der Videos, von Frank Vetter exakt auf den Text geprägt. [...] Die Berliner Lautten Compagney (Leitung: Wolfgang Katschner) lieferte ansprechende Qualität in Form angezogener, überaus lebendiger Tempi und eines leicht auferauten Klangs. [...] Das Publikum feierte das Gesamtereignis mit heftigem Applaus und Fußgetrampel. Ein paar Buhs gabs auch, wofür auch immer.
Neue Presse 19. Juni 2009 |
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Vom sterilen Spiegelland zum persichen Polster-Palast
"Serse" und "Floridante" konkurrieren in Bad Lauchstädt und Halle
Einhelliger fällt die Reaktion am nächsten Nachmittag in Bad Lauchstädt aus, als die Lautten Compagney mit einem wunderbar spiel- und gesangsfreudigen Ensemble den "Serse" präsentiert. [...] André Bückers Figurenführung strotzt von übermütiger Komik - und die Affekte des MTV-Zeitalters laufen als Videoclip permanent mit. Schon die ersten Bilder klären hier das Ziel der Reise: Da verwandelt sich der Barockkomponist in den Metallica-Meister James Hatfield, bevor koloniale Orient-Phantasien auftauchen. Heavy Händel also ist angesagt!
Illustrativ und assoziativ, arabesk und kommentierend begleiten diese bewegten Emoticons fortan die Szene - und rücken das in einem orientalischen Polster-Palast (Ausstattung: Imme Kachel) versammelte Personal in ein sehr hiesiges und heutiges Persien. [...] Selten wurde in einem "Serse" mehr gelacht als hier: Susanne Kreusch trägt das Öl nicht nur in ihrer wunderbaren Stimme, sondern auch in den Haaren, Paula Turcas und Heidi Maria Taubert liefern sich einen schwesterlichen Zickenkrieg auf Topmodel-Niveau und Jean-Michel Fumas balanciert als Arsamene gekonnt auf den Gender-Grenzen. Dass Luciana Mancini unter ihrem Kampfanzug die Selbstverletzungen einer ungeliebten Frau versteckt, ist ebenso stimmig wie die Figur des Profi-Kriegers Ariodate, den Matthias Vieweg unter wechselnden Helmen vorstellt. Florian Götz darf als Elviro schließlich sogar zwischen den Stilen switchen und macht seinen stotternden und trompetenden Diener so zum Publikums-Liebling.
Wolfgang Katschner aber spielt mit seiner Lautten Compagney wie entfesselt: Da sitzt und passt alles, da werden rasante Tempi gewagt und gewonnen, da zeigt sich der ganze Klangkörper athletisch und austrainiert.
Mitteldeutsche Zeitung 8. Juni 2009 |
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Katschner-"Swing" im Goethe-Theater
Sternstunde der Barock-Amüsierlust
[...] Während wir aber heutzutage die "Serse"-Komödie nicht zuletzt wegen ihres das Krisengetöse mild überdeckenden, morgenländischen Exotismus zu schätzen wissen, fiel ihr Schöpfer in London damit 1738 beim Publikum durch. Ein Flop! Händels Stern als Opernkomponist stand kurz vorm Erlöschen, schon machten Kollegen sich mit Parodien über ihn lustig. Povero, caro Sassone! Im kleinen Bad Lauchstädt indes wurde ihm nun späte Genugtuung zuteil.
Unter regelmäßigen Besuchern der Händelfestspiele werden Wolfgang Katschner und seine Lautten Compagney längst nicht mehr als Geheimtipp gehandelt. Aber wie herrlich animiert, mit welch grandiosem Witz und Geschmack die Berliner im Verein mit Regisseur André Bücker ihren "Serse" auf die Bühne des kleinen Goethe-Theaters zauberten: Das hatte kaum jemand erwartet. Schon bei den ersten Takten der Ouvertüre - äußerste Transparenz, klug differenzierte Dynamik, federndes B.c.-Fundamant - stellte sich der bei Fans berühmte, tänzerisch inspirierte Katschner-"Swing" ein. Das trug durch drei Stunden - wie im Rausch.
Und dann, in der Titelpartie: Susanne Kreusch. Nachträglich niederknien möchte man vor diesem anmutig schlanken Mezzosopran, der mit der gläsernen Auftrittsarie "Ombra mai fu" den Hörern den Atem stocken ließ. Der Kastrat Caffarelli, der seinerzeit mit Händel über die affektarme Schlichtheit zankte, muss dagegen ein Dilettant gewesen sein.
Dazu bot Katschner ein in jeder Hinsicht bravouröses Solisten-Ensemble auf: Paula Turcas als Romilda, ein aufreizendes Luxusweib, deren Stimmbänder alle Koloraturakrobatik mit leichter Behendigkeit absolvierten; Heidi Maria Taubert als Atalanta, ein mondänes Geschöpf, so kokett wie gerissen; Jean-Michel Fumas als sehrender Altus-Nebenbuhler des Königs; schließlich die feurige Luciana Macini als von Serse verschmähte Amastre, der bewährte Sonneberger Matthias Vieweg in der Partie Ariodates und Florian Götz als Diener Elviro, der bei Bedarf auf der Bühne auch mal die Clarintrompete zu spielen weiß. Und so famos im Gesang, so herzhaft spielfreudig gaben die Akteure sich auch.
André Bücker, seines Zeichens Intendant in Dessau, genügt als Interieur auf der kaum wandelbaren, historischen Bühne eine dekadentorientalische Kissenlandschaft. Dazu kredenzt er mit assoziativen Videobildern eine zweite Kommentarebene zur Musik. So geriet diese tosend beklatschte "Serse"-Aufführung zu einer Sternstunde wahrhaft barocker Amüsierlust. - Krise? Welche Krise. Davon spürt man bei der Lautten Compagney schier gar nichts: Qualität, wie man weiß, setzt sich durch.
Thüringische Landeszeitung 7. Juni 2009 |
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Timeless
Die LAUTTEN COMPAGNEY und das Tanzensemble Heike Hennig & Co.
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Museumsbesuch mit Theorbe
Angenehmer kann man keinen ersten Blick auf das Neue Museum werfen. Während tagsüber Tausende im Nieselregen ausharren, kommt abends eine überschaubare Schar in den Genuss der neuen alten Raumfluchten. "Timeless" heißt das Programm, das Musik und Tanz zum sinnlichen Raumerlebnis verbindet. Die Lautten Compagney stellt Kompositionen des Monteverdi-Zeitgenossen Tarquinio Merula neben die Minimal Music von Philip Glass, während die Leipziger Choreographin Heike Hennig vier Tänzer durch die Säle schickt. Sie geben den Takt vor, von mahnenden Gongschlägen getrieben, in dem die Zuschauer durchs zweite Obergeschoss fluten. [...]
Die Lautten Compagney [...] öffnet Gedankenräume, mit zartem Theorben-Duett im Mittelalterlichen Saal und aquatischen Strudeln im Ägyptischen Hof. Ihr abschließendes Konzert im Griechischen Hof zaubert einen tranceartigen Zustand herbei, der dem Titel des Abends alle Ehre macht.
Tagesspiegel 8. März 2009 |
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Die Lautten Compagney Berlin im sanierten Neuen Museum
[...] Die musikalische Umrahmung an diesem denkwürdigen 6. März ist von besonderem Flair. Kein Sinfonieorchester hat man engagiert. Nein, ein kleines, feines Ensemble, die renommierte LAUTTEN COMPAGNEY Berlin.
"TIMELESS - Im Wandel der Zeit" heißt das Programm und spannt den Bogen nicht nur über gut 250 Jahre Bau-Historie, sondern vom italienischen Frühbarock bis zur Moderne, also über mehr als 400 Jahre Musikgeschichte. Eine ausnehmend gute Idee.
Zunächst wandern alle durch die in Stand gesetzen Säle [...]. Sie bilden den Rahmen für ein Wandelkonzert, geboten von einzelnen Mitgliedern der LAUTTEN COMPAGNEY und dem Tanz-Ensemble der Choreographin "Heike Hennig & Co. Leipzig". [...]
Beim eigentlichen Konzert im Griechischen Saal wechseln Werke von Tarquinio Merula (1595-1665) mit Stücken des 1937 geborenen amerikanischen Komponisten Philip Glass. [...] Oft klingen die ausgewählten Stücke der beiden Komponisten verblüffend verwandt, in der Tat zeitlos.
Die großartige Akustik des Saals lässt die Töne schweben.
Allen Lobes wert ist das Spiel der Compagney unter dem "Spiritus rector" Wolfgang Katschner an der Theorbe, einer Bass-Laute mit verlängertem Griffbrett. Spritzig klingen die Violinen von Rachel Harris und Anne von Hoff, schwelgerisch-pointiert das Saxophon von Karola Elssner. Tupfende Töne entlockt Peter Bauer dem Marimbafon, um nur einige der Mitwirkenden zu nennen. Dazu erneut Heike Hennigs Bewegungsstudien. Ja - ein Abend, den wohl niemand vergessen wird.
Der Neue Merker online & Print 6. März 2009 |
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Neues Museum wird zur Konzertkulisse
Das frisch sanierte Neue Museum in Berlin hat sich am Freitagabend in eine stimmungsvolle Konzertkulisse verwandelt. Nachdem zuvor tausende Besucher beim Tag der offenen Tür Schlange gestanden hatten, bot der Abend ein Zusammenspiel aus Musik des Barockensembles Lautten Compagney und Tanzchoreographien der Leipzigerin Heike Hennig. [...]
Passend zu Chipperfields Konzept, Altes mit Neuem zu verbinden, stand der Abend in dem noch leeren Museum unter dem Motte "Timeless" (zeitlos). Er verband Zeitgenössisches von Philip Glass mit Werken Tarquinio Merulas, eines italienischen Komponisten der Monteverdi-Zeit. Die Besucher konnten beim Wandelkonzert die neuen Schmuckstücke wie den Römischen Saal und den Nordkuppelsaal besichtigen. Die Tänzer nutzten auch das kantig-modern gestaltete Treppenhaus als Bühne.
dpa 6. März 2009 |
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Tanzen zur Architektur
Die Lautten Compagney und Heike Hennigs Kompanie im Neuen Museum
Eine Performance im Provisorium - keine Seltenheit in Berlin, der heimlichen Hauptstadt temporär und übergangsweise genutzter Locations. Dass dabei jedoch ausdrücklich an die Architektur des Aufführungsortes angeknüpft wird, ist eher die Ausnahme. Genau das aber ist die Absicht von Wolfgang Katschner, dem Leiter der Lautten Compagney, und der Choreografin Heike Hennig. In ihrem Gemeinschaftsprojekt "Timeless" überführen sie die innerräumlichen Qualitäten des Chipperfield-Baus auf eine andere Ebene: Aus Alter und Neuer Musik, Ballett und zeitgenössischem Tanz entsteht ein neues Kunstwerk, das eine historisch gewachsene Vielfalt greifbar macht.
Die Zusammenstellung von Musik aus unterschiedlichen Epochen spiegelt die architektonische Vielschichtigkeit des Gebäudes wider: Instrumentalmusik von Tarquinio Merula, einem Monteverdi-Zeitgenossen, steht neben der Minimal Music eines Philip Glass. "Diese Gegenüberstellung greift das Fragmentarische und Gebrochene auf, die historischen Schichten, die das Haus nun offenbart", sagt Wolfgang Katschner. Gleichzeitig wären die beiden Komponisten nur vordergründig Antipoden: "Es existiert eine Verwandtschaft zwischen der Minimal Music und den Kompositionsstrukturen des 17. Jahrhunderts, deren typischer Vertreter Merula ist", fährt Katschner fort. "In ihrem phantasievoll variierenden Spiel mit einfachen Floskeln und rhythmischen Mustern kommen sich beide erstaunlich nahe."
Die Choreografien von Heike Hennig bilden eine weitere Ebene. "Es ist typisch für meine Arbeit, verschiedene Tanzstile einander ergänzend gegenüber zu stellen", meint die Leipziger Choreografin, die hier zeitgenössischen Tanz durch Zitate von Ballett-Posen erweitert und sich dabei ganz konkret von Details der Innenausstattung inspirieren lässt. "Meine Choreografien greifen zum Beispiel die spiralförmigen Muster der Fußböden auf. Beides wiederum korrespondiert gut mit den kreiselnden Bewegungen der Minimal Music", erläutert Heike Hennig die Entstehung eines dreidimensionalen Gesamtkunstwerks aus Musik, Tanz und Architektur.
Berliner Zeitung 6. März 2009 |
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Alte Klänge in neuen Räumen
Bei den drei Tagen der Offenen Tür im Neuen Museum nimmt die Lautten Compagney Berlin das Gebäude in Beschlag
Wolfgang Katschner, der Künstlerische Leiter der Lautten Compagney, zeigte sich bei der gestrigen Probe wie verzaubert von der ungwöhnlichen Atmosphäre des Ortes. "Schon im März 2002 haben wir hier musiziert", erinnert sich Katschner. "Buxtehudes 'Membra Jesu Nostri' stand damals auf dem Programm, kombiniert mit moderner Videokunst. Nach diesem Erlebnis war uns allen klar, dass wir unbedingt noch mal etwas in diesen Räumen machen wollten."
Nun also erobert die Lautten Compagney das Neue Museum erneut - diesmal zusammen mit Heike Hennig und ihrer Gruppe für Zeitgenössischen Tanz. Seit Hennigs Händel-Projekt 'Rituale', das Ende Februar in Leipzig Premiere hatte, sind beide Ensembles eng verbunden. [...]
"Timeless - Im Wandel der Zeit" nennt Katschner den musikalischen Dialog der Jahrhunderte, der auf wundersame Weise das im Neuen Museum herrschende architektonische Prinzip widerspiegelt, verstärkt und ergänzt. "Letztendlich spielt es bei unserer musikalischen Reise keine Rolle mehr, was alt oder neu ist. Der besondere Moment, den wir aus dem Strom der Zeit lösen, steht ganz für sich selbst." Ungewöhnlich, aber konsequent ist die Verschmelzung von historischen Streichinstrumenten und modernen Saxophonklängen. "Merulas Musik bekommt dadurch etwas beinahe bestürzend modernes, während die alten Lauten in Philip Glass' Kompositionen für archaische Dimensionen sorgen. Die Dinge haben nicht mehr den Platz, den wir ihnen oft zuweisen. Das Zeitliche wird relativ, es schwebt im Raum, und das zu erleben ist ungeheuer spannend."
Berliner Morgenpost 5. März 2009 |
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Alltag wird Musik wird Alltag
Heike Hennigs "Rituale" im Kellertheater uraufgeführt
Der Alltag tritt mit ein ins düstere Kellertheater der Oper Leipzig: Autos brausen im Lautsprecher vorbei, das Rauschen der Stadt - dazu eine Kirchenglocke. Kein schlechtes akustisches Signet fürs Thema des Abends: "Rituale". Der kleine Saal ist voll am Donnerstag zur Uraufführung von Heike Hennigs "Tanzoper". Eine kühne Gattungsbezeichnung: Und doch lösen "Hennig & Co.", wohinter sich neben ihrem Tanzensemble unter anderem Friedrich U. Minkus als künstlerischer Leiter und Wolfgang Katschners fabelhafte Berliner Lautten Compagney verbergen, den Anspruch der Grenzen überwindenden Gesamtheit aus Gesang und Tanz und Musik mit spielerischem Ernst ein. Ganz selbstverständlich, und das ist vielleicht das Besondere an dieser nur gut eineinviertelstündigen Produktion, fallen die Grenzen zwischen den Akteuren: Tänzer schlagen die Laute, Lautenisten tanzen, die Sängerin (wunderbar: Gesine Nowakowski) macht alles, alle singen. [...] Für diese Erkundung und Erschaffung von Ritualen aus Kollektiven, aus Gewohnheiten, aus Musik hätte Hennig keine besseren Partner finden können als die Lautten Compagney. Dass diese Musiker zu den Besten zählen, wenn es um die Aufführung Alter Musik geht, hat sich längst herumgesprochen. Die Selbstverständlichkeit aber, die Spielwut, die körperliche Kraft, mit der die Berliner szenisch aufgehen in diesem poetischen Gesamtkonzept, das Hennig aus ihnen herausgekitzelt hat, eröffnet dem Musiktheater neue Dimensionen. Auch Nowakowski bringt sich, derweil sie mit schlacklos schöner Stimme Händels betörende Opernarien singt (steinerweichend: Lascia, ch'io pianga), szenisch ein, als sei dies die normalste Sache der Welt. Begeisterter Applaus.
Leipziger Volkszeitung 28. Februar 2009 |
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"Das macht die Seele auf"
Heike Hennig entwickelt mit Tänzern und Musikern die Tanzoper "Rituale"
Unter den Künstlern befinden sich auch Musiker des Barockensembles Lautten Compagney aus Berlin, mit denen die Choreografin bereits im letzten Jahr anlässlich der Hallenser Händel-Festspiele zusammengearbeitet hat. "Diese tiefe und innige Musik des Barockorchesters hat mich inspiriert", schwärmt Hennig. [...] Und sie beschreibt, wie tröstlich sie die barocke Musik erlebt: "Die macht die Seele auf." Mit den Tänzern und Musikern will sie Händels Arien auf der Bühne anders wiederholen und sie einem Publikum eröffnen, das selten eine Oper betritt und eher mit zeitgenössischer Musik und Tanz vertraut ist. Im Fluss der Tanzoper gehen vergangene Zeiten und Gegenwart in den Bewegungen von Tanz und Musik ineinander über.
Hennig will die Grenzen zwischen Musik und Tanz verwischen. Auf der Bühne singen Tänzer und tanzen Sänger, die Geigen spielen Geister in Händels Arien. Trotzdem lädt die Choreografin das Publikum ein, in der Vorstellung der "Rituale" Ruhe zu finden und ganz im Gestus des Barocks die Seele auf ein Anderswo zu öffnen.
Kreuzer Februar 2009 |
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Ankern im Fluß der Zeit
Uraufführung an der Oper Leipzig – Heike Hennig & Co. mit „Rituale“ für Händel
14 Akteure, darunter die Alte-Musik-Spezialisten von der Spree sowie die Leipziger Soundkünstlerin cfm, untersuchen,was es auf sich hat mit Hochzeiten und Staatsempfängen, Geburtstagen, religiösen Prozeduren oder Bräuchen. Der Leichenschmaus etwa ist hier eine überaus sinnliche Angelegenheit. Um eine Tafel versammelt, die eigentlich vor allem ein rechteckiges Gerüst ist und den Abend über gern auch als Dusche oder Zelle dient, lassen es sich die Spieler bei Brot, Trauben und Wein gutgehen - während die möglicherweise Tote reglos unter ihnen verharrt. Die Ironie, die über der Szene liegt, hat eine schwebende Leichtigkeit. Die aber bricht gleichsam schicksalshaft ein Tänzer, der sich im Vordergrund bewegt, wie gefesselt, gekrümmt, sichtlich leidend (...)
„Es hat sich schnell herausgestellt, dass sie ebenso offen waren wie wir und ebenso neugierig auf das, was Körper erzählen können", erklärt Dramaturg Jochen Kiefer die bemerkenswerte Qualität dieser besonderen Kooperation mit der Lautten Compagney Berlin. Denn die Mitglieder der gesuchten Barockformation steigen immer wieder aus ihren Musikerrollen aus und mischen sich ins Geschehen ein, manchmal mit der Violine, der Theorbe oder der Laute in der Hand. „Ombre pallide" (Bleiche Schatten) singt beziehungsvoll klagend Sopranistin Gesine Nowakowski, während sie sich unsicher, fast taumelnd zwischen den nur diffus beleuchteten Säulen bewegt (...)
Und zwischendurch ertönen in der geheimnisvollen Melange aus Banalität und Überhöhung Geräusche „von draußen":Automotoren, Quietschen, Stimmengewirr, Glocken, Beats ...Und monoton erklingt die Forderung: Wer etwas in seinem Leben bereut, nach links! Wer noch Geschwister hat, nach links! Wer an ein Leben nach dem Tod glaubt, nach links! Die Lautten-Leute greifen nach ihren Instrumenten; wir sind bruchlos zurück im Barock.
Leipziger Volkszeitung 24. Februar 2009 |
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Il Pianto d'Orfeo - Ein Pasticcio zu Orfeo-Musik von Monteverdi und Zeitgenossen
von und mit Kobie van Rensburg
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Feines Orpheus Pasticcio
Schwere Tropfen fallen auf den Bühnenboden, zeichnen wachsende Kreise: Es sind die "Tränen des Orpheus", die dem Abend im Festspielhaus St. Pölten (bei einem Gastspiel aus Berlin) den Namen geben. Kobie van Rensburg, Startenor der Barockoper, hat dieses faszinierende Musiktheater-Experiment entworfen: Aus der Ich-Perspektive wird der Mythos vom Sänger erzählt, der an seiner Leidenschaft zerbricht. [...]
Das von Wolfgang Katschner geleitete Originalklangensemble "Lautten Compagney Berlin" hat das mit reicher, farbiger Besetzung sicher und klangschön realisiert, akustisch begünstigt durch die Postierung auf einem Gerüst im Hintergrund der Bühne. Und der Sänger meisterte seinen umfangreichen Part mit nie erlahmender Intensität; dabei stimmlich desto eindrucksvoller, je mehr sich sein viril timbrierter Tenor zu kraftvollen Ausbrüchen steigern durfte.
Bewundernswertes Multitalent: In der spartanischen Ausstattung von Claudia Doderer hat er selbst Regie geführt, mit einfachsten Mitteln atmosphärische Dichte geschaffen. Und wenn sich Orpheus zuletzt im Irrenhaus wiederfindet, bleibt die Frage offen, ob alles Vorangegangene nur ein Traum war.
Ein zusätzlicher Glanzpunkt der Produktion sind die vom Sänger geschaffenen Videos, die das Stück einfallsreich, bildstark und humorvoll begleiten: Da kann Orpheus seine Euridice auch im Auto, zu Pferd oder auch auf dem Motorrad aus der Unterwelt entführen. Auch mit welchen Varianten sich die projizierten Buchstaben der Texte versammelten, stellte ein Vergnügen dar.
Wiener Zeitung 3. Februar 2009 |
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Tränen des Orpheus
Musiktheater-Kritik
Riesige, weiße Tränen, die von der Decke tropfen. Eine Laute, die leise seufzt. Und ein Liebender, der sein "Gesicht in Tränen badet". "Orpheus" also vergangenen Samstag im St. Pöltener Festspielhaus, nicht als Oper, nicht als Epos, sonder als Schwarz-Weiß-Film, mit zauberhaft poetischen Bildern, mit Musik von Monteverdi bis Charpentier, mit Untertiteln, die wie Schmetterlinge über die Bühne schwirren, mit zwei Tänzern, die sich zwischen schwarzen Tüchern finden und wieder verlieren, mit einem kleinen, aber sehr feinen Barockensemble (der Lautten Compagney Berlin), das hoch über dem Geschehen schwebt. Und mit einer Stimme (Kobie van Rensburg), die ebenso intensiv liebt wie leidet.
Fazit: Barockmusik im Schwarz-Weiß-Kino - herzzerreißend!
Niederösterreichische Nachrichten 2. Februar 2009 |
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Die verdammte Staatssucht oder Der verführte Claudius
Barockoper von Reinhard Keiser (1674-1739) Premiere am 5. Juli 2008 in Bad Lauchstädt
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OPER "Der verführte Claudius" von Reinhard Keiser im Goethe-Theater Bad Lauchstädt
Elastisch gelagertes Fundament Wolfgang Katschner liefert mit seiner LAUTTEN COMPAGNEY ein
durchweg tragfähiges, aber elastisch gelagertes Fundament. Umsichtig
führt er die jungen Solistinnen und Solisten durch die Untiefen ihrer
Partien, hält die Klangrede der Instrumentalisten lebendig und betont
den Facettenreichtum von Reinhard Keisers Musik.
Mitteldeutsche Zeitung 10. Juli 2008 |
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L'Orfeo
Favola in musica von Claudio Monteverdi Produktion der Oper Halle, Premiere am 17. Februar 2007
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Orfeo trotzt dem Alarm
Viel Beifall für gelungene Inszenierung im Stadttheater
Van Rensburg holt das ganze Spektakel, das immerhin schon über 400 Jahre auf dem Buckel hat, geschickt in unsere Zeit. [...] Das, was die Menschen zur Uraufführung von "L'Orfeo" damals im fernen Mantua genauso angesprochen hat wie im Jahr 2008 in Fürth, das versteht van Rensburg sowieso großartig in Szene zu setzen. [...]
Kobie van Rensburg breitet aber nicht nur emotional, sondern auch gesanglich die ganze Palette vor seinem Publikum aus. Verhalten, bedeckt, fast lyrisch zu Beginn. Feurig und emotional mitreißend in den Liebesszenen, später eine gewaltige Kraft freisetzend, sehr innig und vor allem in den barocken Verzierungen mehr als virtuos. [...]
Auch die anderen großen Partien waren brillant besetzt – allen voran Gesine Nowakowski als herrlich nonchalante La Musica, Mona Deibele als gebrochene Ninfa und Ki-Hyun Park als beeindruckender Caronte [...].
Orchester, Dirigent und vor allem van Rensburg bekamen dann auch vollkommen zu Recht tosenden Beifall und Bravo-Rufe für die gelungene Inszenierung und Aufführung.
Fürther Nachrichten 23. Juni 2008 |
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Il Pianto d'Orfeo - Ein Pasticcio zu Orfeo-Musik von Monteverdi und Zeitgenossen
von und mit Kobie van Rensburg
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Ambitioniertes Projekt am ungewöhnlichen Ort
Der südafrikanische Tenor hatte das reiche Programm mit Orpheus-Klagen [...] bereits auf einer CD bei NCA vorgestellt und interpretierte es nun live mit noch stärkerer Wirkung. Er zeichnete auch für die Regie, die sich zumeist auf ganz einfache Mittel (mit um so verblüffenderem Effekt) stützt, und die Video-Einspielungen verantwortlich. [...]
Musikalisch hat das Programm ein beglückendes Niveau. Das beginnt mit dem Orchester, das [...] mit einem Klang von erhabener Schönheit, reicher Farbpalette und mitreißender tänzerischer Rhythmik musiziert. [...] Doch den Abend trägt der Tenor als Orfeo, der ein Mammutprogramm von fast zwanzig Gesangsszenen zu bewältigen hat. Van Rensburg gelingt das in staunenswerter Manier. Seine klangvolle Stimme besitzt eine große Skala von Farben, Stimmungen und Schattierungen. So kann er alle Facetten des Schmerzes, der Klage, des Aufbäumens und der Hoffnung mit bezwingendem Ausdruck vermitteln. Seine Gesänge sind von erhabener Größe; die Stimme wechselt mühelos von zartem, träumerischem piano bis zu herb-expressiven Ausbrüchen, die die existentielle Not der Figur plastisch umreißen. [...] Ein großer, bewegender Abend!
orpheus 11/12 2007 |
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Die Tränen des Orfeus
Höhepunkt des Abends ist van Rensburg. Seine Stimme strahlt, sie kann fast metallische Härte haben, aber auch geschmeidig werden. Und sie behält die ganzen zweieinhalb Stunden über ihre Kraft. Ein gelungener Ausflug in die Frühzeit der Oper.
Neues Deutschland 8. September 2007 |
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Konzert "Amazonen" in Kempen
Schmackhafte Opernpastete Das
Publikum sah und hörte drei Sopranistinnen, die in wechselnden
Amazonen-Rollenverteilungen Konflikte, Intrigen und tragische
Verwicklungen vortrugen. Das dramatische Gegeneinander wurde durch
Gestik und Mimik engagiert dargestellt. Musikalisch harmonierten die
Sängerinnen glänzend miteinander. Alle drei bestachen durch ihre
Sicherheit in den schwierigen Koloraturen... Mit ebenfalls tadellosen
Leistungen wartete das achtköpfige Berliner Instrumentalensemble
LAUTTEN COMPAGNEY auf. Sein Leiter Wolfgang Katschner hatte die im
fünfstimmigen Satz vorliegenden Partituren ansprechend und
abwechslungsreich instrumentiert, variierte die Klangfarbe...
Rheinische Post 19. Juni 2007 |
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King Arthur
Semi-Opera in 5 Akten von J. Dryden mit Musik von Henry Purcell
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Mit Purcels Semi Opera "King Arthur" auf Tour
Höchst kompetent, zuweilen mitreißend und sehr aufmerksam begleitete die
Berliner LAUTTEN COMPAGNEY das Geschehen. Rhythmisches Klatschen im Galeriegebäude: nach der Aufführung konnte man sich bei einem
Popkonzert wähnen statt bei Herrenhaus-Barock.
Neue Presse Hannover 09. Juli 2007 |
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Lebensnerv und Ohrenschmaus
Ohne Wenn und Aber ist die Musik zugleich Lebensnerv und Ohrenschmaus. Unter
der Leitung von Wolfgang Katschner bieten die Lautten Compagney und die Capella Angelica barocke Zierde und
Dramatik pur. Keine seelische Regung der Protagonisten, die nicht ihre Entsprechung im Accompagnato fände,
keine noch so mystische oder reale Handlung ohne Tongirlanden aus dem Orchestergraben. Herrlich.
Leipziger Volkszeitung 05. Juni 2007 |
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L'Orfeo
Favola in musica von Claudio Monteverdi Produktion der Oper Halle, Premiere am 17. Februar 2007
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Monteverdis "L'Orfeo" am Opernhaus Halle. Premiere am 17. Februar 2007
Betörende Schönheit
Aus der Tiefe des offenen Bühnenbodens quellen in betörender Schönheit die Melodien von Monteverdis Musik, ausdrucksvoll unter Wolfgang Katschner intoniert. Er spielt selbst auf der Chitarrone und begleitet einfühlsam die Rezitative.
orpheus 05/06 2007 |
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King Arthur
Semi-Opera in 5 Akten von J. Dryden mit Musik von Henry Purcell
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Stimmung halten
Hoch zu loben ist schließlich die famose LAUTTEN COMPAGNEY, die es unter
Leitung von von Wolfgang Katschner tatsächlich schaffte, trotz tropischer Hitze und der sich sukzessive
erhöhenden Luftfeuchtigkeit in dem ausverkauften Theaterchen weitgehend reine Stimmung zu halten auf
ihren historischen Instrumenten. Dass sie mit Brio spielten, versteht sich. Auch, dass die satt-schnarrenden
Streicher, die süßen Flöten und schneidenden Oboen die schönsten Idyllen ausmalten und
das Sommernachts-Grauen der Historie immer wieder in eitel Traum verwandelten.
Frankfurter Allgemeine 12. Juni 2007 |
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L'Orfeo
Favola in musica von Claudio Monteverdi Produktion der Oper Halle, Premiere am 17. Februar 2007
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Mit Feinsinn
Dirigent müsste man sein, jedenfalls in dieser durch und durch sehenswerten Produktion, dann würde man La Musicas zärtliche Hände wohl auch auf dem Haupt spüren. Wolfgang Katschner, der den Hallenser „Orfeo" an der Spitze des Orchesters verantwortet, sei das holde Händchen gegönnt. Denn er selbst besitzt es, in anderer Ausprägung, für die fragile und zumal rhythmisch und syntaktisch so außerordentlich komplexe Partitur. Ein Spagat ist es immer, die Konturen von Monteverdis Klangbildern zu zeigen, ohne der profunden rhetorischen Macht dieser Musik allzu nahe zu treten. Katschner und seinen fabelhaften, mit Feinsinn zu Werke gehenden Musikern gelingt dies vortrefflich und mit einem gehörigem Reichtum an klanglichen Facetten ...
OPERNWELT 04 2007 |
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Ein Hochgenuss
Bei genauem Hinhören offenbart sich die Kühnheit im Harmonischen, das eigentliche Novum der Musik, die jede seelische Regung mit kalligraphischer Genauigkeit umreißt. Das ist nicht nur ganz die Sache von Rensburg, sondern vielmehr noch die von Wolfgang Katschner, der als Dirigent und Theorben-Spieler das Mischensemble aus Berliner LAUTTEN COMPAGNEY und Händelfestspielorchester Halle zusammenführt und, wenngleich mit Abstrichen in der Koordination über größere Distanzen, auf der Kammerbühne der Oper Halle auch in den solistischen Partien sehr beweglich leitet. Kompliment: Die Musiker spielen mit Engagement, jeden kleinen Schnörkel ausmusizierend, rasant und stringent in den handlungsbetonten Passagen. Ein Hochgenuss.
Leipziger Volkszeitung 19. Februar 2007 |
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Farbenprächtig und facettenreich
Kobie van Rensburg erfindet eine Fülle von Details, die - analog zum doppelten Schluss - oft wie Optionen wirken. Ganz und gar alternativlos hingegen ist die Musik, die Wolfgang Katschner mit Herzen, Mund und Händen dirigiert: Das Orchester musiziert außerordentlich farbenprächtig und facettenreich, es kann ebenso übermütig aufstampfen wie verschwörerisch flüstern. Das erzählerische Zentrum des dritten Aktes aber verwandelt sich unter seiner Fürsorge und dank Kobie van Rensburgs Begabung in ein Lehrstück menschlicher Selbsterkenntnis durch die Musik. Bravo!
Mitteldeutsche Zeitung 19. Februar 2007 |
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Tänzerisch bewegt und stilistisch souverän
Dass die vielen musikalischen Fäden des Abend weitgehend zusammenliefen, dafür sorgte Wolfgang Katschner. Energisch und doch Platz lassend für phantasievolle Improvisationen hielt er die Zügel der Aufführung fest in der Hand. Das hauptsächlich aus Musikern seiner LAUTTEN COMPAGNEY rekrutierte Ensemble spielt einen grundsoliden Monteverdi, durchgängig tänzerisch bewegt, stilistisch souverän und nah am Notentext. In angemessener, und keineswegs sparsamer Besetzung mit historischen Instrumenten ... Das Premierenpublikum war begeistert!
MDR Figaro Frühkritik 19. Februar 2007 |
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Weills "Todsünden" und Monteverdis "Combattimento"
Produktion des Hans-Otto-Theaters Potsdam Premiere am 11. Februar 2005 im Schlosstheater Potsdam
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Grandios: von Barock bis Brecht
Wolfgang Katschner und seine auf historischen Instrumenten musizierende Lautten Compagney Berlin versetzten das atemlos lauschende Publikum mit barocken Endlosschleifen in musikalische Trance... Schade, dass dieses gewagte, großartige Experiment nur an wenigen Abenden wiederholt wird.
Märkische Allgemeine 14. Februar 2005 |
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Bejubelte Premiere in Potsdam
Über 300 Jahre liegen die Entstehungszeiten beider Werke auseinander. Doch Monteverdis Musik wirkt immer noch frisch. Dies war in Potsdam deutlich zu vernehmen. "Il Combattimento di Tancredi e Clorinda" hinterließ in der bejubelten Premiere einen nachhaltigeren Eindruck als das Weill-Werk. Da blieb in der Inszenierung nichts an der Oberfläche.
Potsdamer Neueste Nachrichten 14. Februar 2005 |
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"Operninfotainment"
[...] die Showeffekte beider Stücke werden mit Verve und Lust an Farbe und Dramatik ausgespielt. Letztlich, so scheinen Katschner und seine Musiker zu behaupten, sind diese Berichte vom Leben und Sterben aus mehr oder weniger fernen Zeiten nichts anderes als gut gemachte Unterhaltung - Operninfotainment sozusagen.
Der Tagesspiegel 14. Februar 2005 |
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Teseo
Oper in fünf Akten von G.F. Händel Premiere am 7. Juni 2003 in Bad Lauchstädt
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Ritterschlag in London
Lauchstädter Händel-Tournee fand umjubelten Abschluss
Es ist wahrlich ein besonderer "Teseo", der hier seinen mutmaßlichen Abschied von der Bühne feiert. Nach der Lauchstädter Premiere sowie nach 23 Vorstellungen von Bayreuth bis Potsdam ist die ursprünglich von Jörg Waschinski gesungene Titelpartie inzwischen mit dem polnischen Sopranisten Jacek Laszczkowski besetzt. Das ist ein wahrer Teufelskerl... Auf der Bühne freilich findet er harte Konkurrenz: Die hochdramatische israelische Sopranistin Sharon Rostorf-Zamir oder die hinreißend jugendliche Miriam Meyer, den kraftvollen Altisten Thomas Diestler oder seinen komödiantischen Dienstherrn Johnny Maldonado. Und ergänzt wird dieses hoch gestimmte Quintett um die düstere Medea der Cecile van de Sant sowie um deren Hofstaat, in dem Studenten der Martin-Luther-Universität stimmstark auch den siegreichen Feldherrn bejubeln. So präsentieren sie sich ihrem Publikum in der britischen Hauptstadt, das sich nach kurzer Irritation begeistert auf Axel Köhlers ironisch-intelligente Regie einlässt - und schließlich auch das hoch dramatische, sensible Spiel der Lautten Compagney bejubelt. Das Orchester um Wolfgang Katschner besteht seine Feuertaufe in der Metropole der historischen Aufführungspraxis mühelos, was in Ruf-Weite der Royal Albert Hall als Ritterschlag gewertet werden darf. ....
Mitteldeutsche Zeitung 14. September 2004 |
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Das Orchester - ein Wunder
The small orchestra, conducted by Wolfgang Katschner, is a wonder of discipline and varied textures, understating the drama but astonishingly delicate and beautiful in the intimate moments.
The Times 8. September 2004 |
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La Diavolessa
Opera buffa in drei Akten von Baldassare Galuppi Produktion von 2002
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Es lohnt sich, nach Schätzen zu graben!
Es lohnt sich, nach Schätzen zu graben! Vorausgesetzt, man hat eine gute Spürnase wie die Dramaturgen des Potsdamer Hans-Otto-Theaters, die Baldassare Galuppis spritzig-leichtfüßige Komische Oper "La Diavolessa" entdeckten.
Die Potsdamer Aufführung glänzt auf der ganzen Linie. Wolfgang Katschner führt die Berliner Lautten Compagney stilsicher und präzise durch die Partitur.
Berliner Morgenpost 23. Oktober 2003 |
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Teseo
Oper in fünf Akten von G.F. Händel Premiere am 7. Juni 2003 in Bad Lauchstädt
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Ein lustvoller Sieg
Was es zu sehen und zu hören gab, war weit entfernt von historischem Trockenlaub. Im Gegenteil, zwei Komponente führten zum lustvollen Sieg über eine verzopfte Story aus dem Mythenkreis von Theseus und Medea: die musikalische Einrichtung und Leitung von Wolfgang Katschner wie die in allen Belangen stimmige Regie Axel Köhlers.
Die LAUTTEN COMPAGNEY sorgten auf ihren historischen Instrumenten für ein entsprechend flottes Temperament und, wo notwendig, für ein facettereiches Flair an klanglichen Nuancen. Und auf den immer noch langen Rezitativstrecken gaben sie mit ihren fantasievollen Ausführungen des Basso Continuo in apart wechselnder Begleitung durch Cello, Laute oder Theorbe den Sängern sicheren Halt.
Das Opernglas 10/2003 |
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Zauberton der LAUTTEN COMPAGNEY
Ach, wenn dieses "Addio!" immer so klingen würde! So schwermütig und sehnsüchtig [...].
Nicht genug zu loben ist der Zauberton der wunderbar expressiv aufspielenden LAUTTEN COMPAGNEY unter Wolfgang Katschner, der auch die Laute, emphatisch und sensibel, in der wundersamen Solonummer zupfte. Nicht nur die brillante Continuo-Gruppe und die viel beschäftigten Oboen verdienen einen Sonderapplaus.
Nordbayerischer Kurier 22. September 2003 |
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Mechaniker der Gefühle
[...] Die musikalische Behandlung des Werkes entspricht diesem dramaturgischen Verständnis im besten Sinne: Wolfgang Katschner und seine LAUTTEN COMPAGNEY sind ihrerseits perfekte Mechaniker der Gefühle, die das Innenleben ihrer Geschöpfe hörbar machen und die Handlungen im Human-Maschinenpark klangvoll motivieren. Dabei kommt dem Dirigenten nicht nur die rechte Erfahrung mit dem barocken Opernmaterial, sondern als solistischer Begleiter auch seine Virtuosität als Lautenist zugute.
Mitteldeutsche Zeitung 7. Juni 2003 |
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einhellige Begeisterung
Ein ideales Sängerensemble und die beglückend musizierende LAUTTEN COMPAGNEY Berlin unter Wolfgang Katschner versetzten die Premierenbesucher in einhellige Begeisterung. [...] faszinierte das ausgewogene Verhältnis der Stimmen untereinander und das Zusammenwirken mit dem Orchester. Das verband sich mit Axel Köhlers überlegener Regie, die sich augenzwinkernd der barocken "Geberden-Kunst" bedient.
Leipziger Volkszeitung 10. Juni 2003 |
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Hercules
Musikalisches Drama von Georg Friedrich Händel Premiere in Potsdam am 12. April 2003
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Ein Pantoffelheldenleben...
[...] Stimmiger zeigte sich die musikalische Gestaltung dieses begeistert aufgenommenen Premierenabends. Andreas Spering und die glänzend aufgelegte Lautten Compagney Berlin langten für einige der packendsten Ideen Händels kräftig in den Farbtopf, geizten auf den alten Instrumenten nicht mit Effekten und begleiteten gerade die rezitativischen Szenen mit einem vielfältig instrumentierten Continuo, wie er überraschender kaum vorstellbar ist.
Märkische Allgemeine 14. April 2003 |
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