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rbb InfoRadio
Kritik
Höhepunkt des Abends ist van Rensburg. Seine Stimme strahlt... Und sie behält die ganzen zweieinhalb Stunden über ihre Kraft. Ein gelungener Ausflug in die Frühzeit der Oper.
Einzelne Tränen rinnen die Projektionswand herab und schlagen auf dem Boden auf. Das Orchester setzt die ersten Takte und van Rensburg beginnt mit den die klagenden Tönen des Orpheus. Ihm gesellt sich der Tänzer Manuel Alfonso Pérez Torres hinzu, der als sein Schatten die elegischen Klänge in Bewegung übersetzt...
Neues Deutschland
kultur extra - das online magazin
Auf humorvolle Weise spielt Kobie van Rensburg mit Assoziationen zum Mythos Orpheus... Da werden Bilder von den unterschiedlichsten Orpheus-Adaptionen wieder wach, wie z.B. eine Sequenz aus dem Orpheus-Film von Jean Cocteau (Motorad und Autofahrt), ohne dabei aber zwingend als Assoziationsebene in den Vordergrund zu rücken, oder gar zur Plattitüde zu werden. Nein im Gegenteil: hier ist wahre und echte Fantasie im Spiel, die bezaubernd zur Wirkung kommt.
Es wird hinreißend musiziert. Mit einem schwungvollen Charme, einer spielerischen Leichtigkeit und Seriösität gelingt der LAUTTEN COMPAGNEY unter der Leitung von Wolfgang Katschner mit den Darstellern ein beeindruckender Musiktheater-Abend. Teils mitagierend, aber auf ganz dezente Weise im Hintergrund bleibend, werden die MusikerInnen Teil der Szenerie, aber ohne jede darstellerische Peinlichkeitsmomente. Ein unglaublich erfrischender Abend, der einem das Dilemma der aktuellen internationalen Szenerie des Opern-Regie-Theaters vergessen läßt und auf viele weitere große Abende mit dem Team hoffen läßt.
Operninfo Berlin
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Mit sparsamsten Mitteln - einem schwarzen Tisch, zwei Stühlen, ein paar Papptellern (als Totenmasken!) und einer - allerdings leicht deplacierten Suppenschüssel! - sowie einer raffinierten Videotechnik wird der Ablauf der Handlung in Fluss gehalten, reihen sich die ins Deutsche übertragenen italienischen Texte wie Sternschnuppen aneinander, fallen die Tränen wie glitzernde Tropfen auf Thrakien, ziehen ihren Kreis und verfließen mit dem dunklen Erdreich
Berliner Theaterkritiken
Musikalisch hat das Programm ein beglückendes Niveau. Das beginnt mit dem Orchester, das hinter der Spielfläche in einem erhöhten schwarzen Kasten sitzt und mit einem Klang von erhabener Schönheit, reicher Farbpalette und mitreißender tänzerischer Rhythmik musiziert.
Doch den Abend trägt der Tenor als Orfeo, der ein Mammutprogramm von fast zwanzig Gesangsszenen zu bewältigen hat. Van Rensburg grlingt das in staunenswerter Manier. Seine klangvolle Stimme besitzt eine große Skala von Farben, Stimmungen und Schattierungen. So kann er alle Facetten des Schmerzes, der Klage, des Aufbäumens und der Hoffnung mit bezwingendem Ausdruck vermitteln. Seine Stimme wechselt mühelos von zartem, träumerischen Piano bis zu herb-expressiven Ausbrüchen, die die existentielle Not der Figur plastisch umreißen... Ein großer, bewegender Abend!
orpheus  11+12 2007
Das von Monteverdi so reich bedachte Orchester saß diesmal weder in der Grube noch auf der Spielebene, sondern betonte in Gestalt von Wolfgang Katschner LAUTTEN COMPAGNEY seinen Führungsanspruch als himmlische Kapelle thronend über dem Geschehen. Wie sonst selten brachten die modernen technischen Mittel mit ihren zauberischen Effekten die Dominanz der Musik nicht zum Einsturz, und es wurde besonders das Spiel der mehr als vierhundert Jahre alten Musik auf historischen Instrumenten nicht zum Snobismus degradiert...
CONCERTO Dezember 2007/Januar 2008
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