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Fazit |
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Ruppiner Anzeiger Januar 2008 Interview Wolfgang Katschner
rbb Kulturradio Club live Dezember 2007 Interview Wolfgang Katschner
Mitteldeutsche Zeitung Juni 2003 Händel-Festspiele 2003
CONCERTO Dezember 02 / Januar 03 Abstecher zur LAUTTEN COMPAGNEY Mehrere Spezialisierungen auf verschiedenste, wenn auch nicht unverträgliche Genres vereinigen sich in der Berliner LAUTTEN COMPAGNEY, die man wohl ein ostdeutsches Unternehmen nennen darf - ein zwischen Dresden, Bad Lauchstädt, Berlin und Potsdam sehr umtriebiges obendrein. Zwischen weltlichem Komödiantentum und geistlicher Zerknirschung spannt sich der Bogen ihrer musikalischer Ausdruckssphären. Den Kern des in höchst variabler Besetzung, manchmal sogar in Opernorchestergröße auftretenden Ensembles bildet tatsächlich das Lauten-Duo der Gründer Wolfgang Katschner und Hans-Werner Apel. Katschner dirigiert auch - wenn es sein muss mit umgehängter Laute. Apel bleibt derweil bei seinem Leisten und schlägt die unterschiedlichsten Lauten und Gitarren, die dem Orchestertutti eine manchmal perkussionsartige, arpeggierende oder glissandierende Wirkung verleihen. So auch, noch bis Ende des Jahres, im Schlosstheater des Neuen Palais in Sanssouci. Gezeigt wird eine Opera buffa von Baldassare Galuppi. La Diavolessa", aus der besten Zeit der Zusammenarbeit mit Goldoni in Venedig, wo das noch junge Genre seine erste Blüte erlebte. Babette Hesse hat das Libretto mit glücklicher Hand in sangbares Deutsch übersetzt, auf dass kein Lacher verloren geht. Typisch goldonisch dreht es sich um drei Paare und einen Drahtzieher, die allesamt goldrichtig besetzt sind. Das glänzende Orchester, aus dessen Mitte heraus eine agile, stets verschiedenen Akteuren zuspielende fünfköpfige Continuogruppe (drei Lauten, Cembalo, Violoncello) agiert, spielt mit der für Galuppi unabdingbaren Leichtigkeit und Noblesse. Die Inszenierung von Heike Hanefeld bezirzt mit vielen simulaten Nebenhandlungen. Ganz anders, nämlich tragisch, geht es in dem von der gleichen Regisseurin auf die Bühne gebrachten Pasticcio mit Amazonen-Szenen aus Carlo Pallavicinos Opern "Gerusalemme liberata", "L' ammazone corsara" und "L' Antiope" zu. Hier versuchen die beiden Lauten, assistiert von Gambe, Lirone, Cembalo und Orgel, das Klangspektrum eines ganzen Orchesters zu imitieren. Im von Holger Syrbe zur silbergrauen Rüstkammer ausstaffierten Musikclub des Konzerthauses am Berliner Gendarmenmarkt herrscht ein kriegerisches Damentrio: drei Kurzakte, vereint zu einer einzigen Schlacht-Oper, nur unterbrochen von Madrigalen und instrumentalen Zwischenaktmusiken zum Umrüsten auf offener Bühne. Die Sopranistinnen Doerthe Maria Sandmann, Almut Krumbach und Barbara Christina Pölitz spielen allerdings nicht nur die Amazonen, sondern auch ihre jeweiligen Widerparte - eine tragische Travestie der buffonesken Hosenrolle. Sehr überzeugend. Peter Sühring
neue musikzeitung Juli/August 2002 Mit Alter Musik modernes Theater machen "Freyheit ist die beste Lust": Die Berliner LAUTTEN COMPAGNEY hat noch einiges vor Inzwischen hat man sich einen weiteren Arbeitsbereich erschlossen - die Bühnenmusik vom Oratorium bis zur Oper. Da kann die Arbeit als Solist für die Gründer des Ensembles nur noch ein gelegentlicher Genuss nebenbei sein.Von Dowland bis Carl Philipp Emanuel Bach reicht inzwischen das Repertoire, und immer wieder entdeckt man durch eigene Studien neue Musik - ob vergessene Opern wie Nicolaus Adam Strungks "L'Antiope" (Dresden 1689), die zu den Dresdner Musikfestspielen 2000 wieder aufgeführt wurde oder Werke Berliner Komponisten um 1700 wie Giovanni Battista Bononcini, dem die LAUTTEN COMPAGNEY eine eigene CD widmte (MA 9606820/NCA). Dass die Laute dabei vom Soloinstrument zum Generalbassinstrument wurde und die Lautenisten ein wenig in den Hintergrund treten, stört sie nicht: "Natürlich wissen wir, dass im Vordergrund immer die Solisten stehen, und das ist auch absolut in Ordnung". Schließlich bleibt der Generalbass das Fundament dieser Musik, und ein immer wieder mit verschiedenen Besetzungen und Klangfarben realisierter 'bunter' Generalbass gehört zur dem Ensemble eigenen Ästhetik. Ebenso wie das Vergnügen daran, Neues versuchen zu können. Nicht nur, dass es immer noch viele Schätz in den Archiven auszugraben gilt, auch das Aufführen dieser Werke erlaubt und erfordert ein hohes Maß an eigener Kreativität und Inspiration. Sich immer wieder ausprobieren, andere Ausdrucksmöglichkeiten zu finden, dafür gibt es kaum ein besseres Feld als die Alte Musik: Der Geist dieser Musik lebt von einer gewissen Freiheit und einer gewissen Zufälligkeit; sie lässt viel Platz für das, was der Interpret dazu gibt, für seine Kreativität und auch für die Spontaneität des Augenblicks". Kein Wunder, dass die Mitglieder des Ensembles auch einmal eine Grenzüberschreitungen riskieren - neben dem "klassischen" Repertoire spielen sie auch mal zusammen mit Jazz-Musikern, mal verbinden sie, wie zuletzt im Berliner Neuen Museum, geistliche Musik Dietrich Buxtehudes mit zeitgenössischen Video-Installationen. "Die eigenen Ideen entwickeln zu können, empfinde ich schon als Luxus" - so beschreibt Wolfgang Katschner seine Motivation. Die Adressaten ihrer Konzertprogramme sind denn auch ein breites Publikum, nicht nur ausgemachte Freunde der Alte Musik: "Wenn wir Programme konzipieren, möchten wir jeden Musikinteressierten erreichen, nicht nur ein Spezialpublikum.Mit unserer Musik möchten wir jeden ansprechen können, der sich für klassische Musik interessiert und in unser Konzert kommt." Und auch dafür bemüht man sich, ausgetretene Pfade zu verlassen: Indem man Prominente wie Bundestagspräsident Wolfgang Thierse oder Schauspielerin Katharina Thalbach als Sprecher für Weihnachtskonzerte gewinnt, erreicht man ein Publikum, dass zu einem Alte-Musik-Programm kaum gekommen wäre. Die LAUTTEN COMPAGNEYist also mehr als nur ein Ensemble für Alte Musik. Gründungsmitglied Katschner bezeichnet sie als sein "Lebensprojekt", mit dem er noch einiges vor hat. Neue Wege beschreiten in der Bühnenmusik - beispielsweise "mit Alter Musik modernes Theater machen"... Klemens Hippel
Thüringische Landeszeitung
8. August 2002 Berlin. (tlz) Schon Händel versuchte sich in London als Opernunternehmer, der Wiener Mozart hielt sich mit Subskriptionskonzerten prima über Wasser, und reisende Schauspielkompagnien gab es lange, bevor das höfische oder bürgerliche Theater erfunden wurde. Der Künstler als sein eigener Impressario? - Warum nicht! Gerade im Zuge der Umstrukturierung unserer Theaterlandschaft wird freies Produzieren wieder einen anderen Stellenwert einnehmen." Sagt Wolfgang Katschner. Der Barock- und Renaissance-Spezialist hat sich mit seiner Lautten Compagney als freies Ensemble fest etabliert und bildet mit seinem Partner die "Wolfgang Katschner & Hans-Werner Apel GbR". Je nach Gusto sind beide als Duo zu hören oder liefern mit einem 30-köpfigen Barockorchester komplette Opern frei Haus: bei den Händelfestspielen in Halle und Bad Lauchstädt, beim Musikfest in Dresden, in Potsdam-Sanssouci oder in Thüringen regelmäßig zum Ekhof-Festival in Gotha und in der Klosterkirche Thalbürgel. Seit 1984 arbeiten die beiden Ostberliner zusammen, seit 1989 gibt es die Compagney. Viele Entdeckungen Im harten Kern besteht die Lautten Compagney aus sechs Musikern, Verstärkung kommt je nach Bedarf und Programm. Apel und Katschner bilden dann mit Laute, Theorbe und Barockgitarre oft nur noch die Stütze der Continuo-Gruppe, Katschner dirigiert. In Fachkreisen schätzt man ihre lebendigen Tempi, äußerste Klangtransparenz und rhythmisches Raffinement. Natürlich hat die von Nikolaus Harnoncourt ausgelöste Welle authentischen Musizierens auch der Lautten Compagney geholfen. "Klangrede" wichtig Für Recherchen und Partitureinrichtung haben Katschner & Co. inzwischen Spezialisten bei der Hand. Auch um die Buchführung muss er sich nicht mehr kümmern. Trotzdem nimmt das Organisatorische viel Zeit weg: "Das ist der Preis der Freiheit", lacht er. Aber die Karriere zählt nicht allein. "Man muss privat glücklich sein und mit dem, was man tut", erklärt der 41-Jährige. "Das muss zusammen einen Sinn ergeben." Trotzdem arbeitet er zielstrebig. Die Lauten-Dozentur in Dresden dient nur als Zubrot, gleich vier CD-Projekte sind aktuell in Arbeit. Und so wie Harnoncourt in Zürich, Ivor Bolton in München oder René Jacobs in Berlin einmal einen Barockzyklus an einem etablierten Opernhaus zu übernehmen, würde er sich auch mal gerne zutrauen: "Wenn sich die Gelegenheit ergibt." Wolfgang Hirsch |
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