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Musiktheater |
| oper und konzert barock und jazz oper und konzert barock und jazz | |
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Sylvanos Spiegel oder Der Blick des Narziß |
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| Alessandro Scarlatti, Luca Marenzio und Sylvano Bussotti | |
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Das Jahr 1958 markiert einen Wendepunkt in der Geschichte der Neuen Musik. Damals trat John Cage erstmals bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik auf und läutete den Anfang vom Ende der heroischen Phase der seriellen Avantgarde ein. Im gleichen Jahr betrat ein junger italienischer Komponist die Darmstädter Bühne und sorgte - nicht nur mit seiner Musik - für Aufsehen: Sylvano Busssotti. Eines der Werke, die Bussotti in jener Zeit zwischen 1958/60 komponierte, waren die „Pieces de Chair II", wenigstens ungefähr zu übersetzen mit „Stücke der Sinnenlust". Die „Pieces de Chair" versammeln Sätze verschiedener Besetzung - vom Solo bis hin zum groß besetzten vokal-instrumentalen Ensemble -, die sich zu einem dreiviertelstündigen Ganzen fügen. Schon die Lektüre der Partitur gerät zu einem Abenteuer: die einzelnen Seiten gleichen kalligraphischen Meisterwerken, die von den Interpreten enträtselt werden wollen und ihnen bei der Umsetzung in lebendigen Klang ein großes Maß an Freiheit und Kreativität überantworten. Texte verschiedenster Provenienz - etwa aus Jean Genets „Le Nègre" und Lyrik von Aldo Braibanti -, manchmal aber auch rätselhafte, nicht ohne >weiteres zu entschlüsselnde Sprachgebilde sind in das Werk integriert, das voller Anspielungen und Chiffren steckt. So sind die „Pieces de Chair" vieles in einem: eine Kammermusik mit theatralischen Elementen; von größter Komplexität und doch Freiräume gewährend; aufs engste mit den Moden des Tages verbunden und gleichwohl zeitlos; eine höchst artifizielle Musik, die sich den Niederungen des Lebens und Liebens mit Hingabe öffnet. Annähernd ein halbes Jahrhundert später stellte Bussotti eine Kammeroper mit dem Titel „Silvano Sylvano" fertig - das Wortspiel wäre zu übersetzen mit „Dschungel Sylvano" -, eine Art tönende Autobiographie. Jene Welt, die in den „Pieces de Chair" unmittelbar reflektiert wird, glänzt nun in einer retrospektiven Spiegelung gelebten Lebens auf. Zu den Stationen, die nacheinander begegnen, gehören neben personenbezogenen Abschnitten wie zu Luciano Berio oder Cathy Berberian andere, die sehr Privates, Erotisches, Sexuelles, Emotionales berühren, wie auch solche, die theoretische Gedanken zur Musik, zum (Musik-)Theater und zu anderen Künsten reflektieren. In ihrer Sinnlichkeit, ihrem Überschwang an Phantasie und ihrer labyrinthisch anmutenden, gleichsam in viele Richtungen wuchernden Fülle berührt sich Bussottis Ästhetik mit der einer längst vergangenen Epoche: dem Barock. So liegt es nahe, einen Brückenschlag zu versuchen und beide Werke Bussottis mit Musik der Barockzeit zu verbinden. Die Stücke Bussottis werden an jeweils zwei aufeinanderfolgenden Abenden aufgeführt, wobei die autobiographische Kammeroper mit einem Pasticcio aus mehreren Werken von Alessandro Scarlatti verklammert wird, während die „Stücke der Sinnenlust" ihr Echo in den ebenso artifiziellen wie expressiven, von liebesgezeugter Pein und Lust durchglühten Madrigalen Luca Marenzios ihren Kontrapunkt erhalten werden. |
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| Aufführungen 2008 | ||||
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10. April 11. April 12. April 13. April 25. April 26. April |
20.00 Uhr 20.00 Uhr 20.00 Uhr 20.00 Uhr 20.00 Uhr 20.00 Uhr |
Berlin Konzerthaus / Werner-Otto-Saal Berlin Konzerthaus / Werner-Otto-Saal Berlin Konzerthaus / Werner-Otto-Saal Berlin Konzerthaus / Werner-Otto-Saal Berlin Konzerthaus / Werner-Otto-Saal Berlin Konzerthaus / Werner-Otto-Saal |
Sylvanos Spiegel oder Der Blick des Narziß Pièces de Chair Sylvanos Spiegel oder Der Blick des Narziß Pièces de Chair Sylvanos Spiegel oder Der Blick des Narziß Pièces de Chair |
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